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Bayer 04 Campus in Monheim: Showdown im Stadtrat im Streit um Trainingszentrum

Der geplante Bau von Fußball-Trainingsplätzen für Bundesligist Bayer 04 Leverkusen spaltet die Monheimer Lokalpolitik und die Stadtgesellschaft so stark wie kaum ein anderes Thema in den vergangenen Jahren.

Trainingszentrum für Profifußballer

Den sogenannten Bayer 04 Campus hatte noch die alte Stadtregierung unter Führung der Partei Peto mit Bürgermeister Daniel Zimmermann auf den Weg gebracht. Ein ambitioniertes Projekt im Monheimer Süden, mit zwölf Fußballplätzen, 22 Hektar groß. In dem hochmodernen Leistungszentrum sollten Profifußballer und Nachwuchsspieler trainieren.

Anwohner und Umweltschützer kritisieren den Campus

Nach der Kommunalwahl im vergangenen Jahr, bei der die Partei PETO verloren hat, kippte dann ein Bündnis aus CDU, SPD, Grünen und der FDP im Stadtrat die Pläne.

Überarbeitete Pläne kommen erneut zur Abstimmung

Damit war das Bauvorhaben aber für Bayer 04 Leverkusen nicht begraben. Der Bundesligist überarbeitete sein Vorhaben, reichte einen neuen Bebauungsplan ein, mit einer reduzierten Zahl von zehn Fußballplätzen und einem Naturschutzgebiet in der Mitte. Ohne Erfolg: Auch diese Pläne lehnte der Stadtrat ab.

Doch jetzt kommen genau diese überarbeiteten Pläne trotzdem noch einmal in den Stadtrat. Das liegt daran, dass der Bundesligaverein als Bauvorhabenträger das Recht hat, die Pläne im Stadtrat ein zweites Mal zur Abstimmung zu bringen.

Initiative fordert den Bau des Trainingszentrums

Wie die Abstimmung ausgeht, lässt sich kaum vorhersagen. Denn die FDP ist mittlerweile aus dem Bündnis mit CDU, SPD und den Grünen ausgetreten, gut möglich, dass die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat sich mittlerweile geändert haben.

Doch selbst wenn der Stadtrat am Dienstag den Bayer Campus erneut ablehnt, könnte das letzte Kapitel dieses scheinbar endlosen Lokalpolitik-Streits noch nicht geschrieben sein. Denn inzwischen macht sich eine Initiative aus lokaler Wirtschaft, Monheimer Vereinen und Politik für das Trainingszentrum stark.

Kommt es zu einem Bürgerentscheid?

Der Monheimer Unternehmer Alexander Zimmer ist Teil der Initiative und hat kein Verständnis, dass die Mehrheit des Stadtrats die Campus-Pläne bisher ablehnt. "Ich hoffe, dass die zur Vernunft kommen. Es geht um 150 Jobs, die hier entstehen können", sagt Zimmer und betont, dass die Stadt Monheim selber für den Bau des Campus nichts bezahlen muss.

Sollte der Rat am Mittwoch die Pläne erneut ablehnen, sollen die Bürger darüber abstimmen, fordert die Initiative. "Dann ist in einer Demokratie ein Bürgerentscheid der nächste Schritt", so Unternehmer Alexander Zimmer.

Es sieht ganz so aus, als würde der Bayer 04 Campus die Menschen in Monheim noch eine Weile beschäftigen.