Prominenter Verlag insolvent – hier verlegte auch Günter Grass
Stand: 22.07.2026, 13:28 Uhr
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Verleger Gerhard Steidl steckt in einer wirtschaftlichen Schieflage. © Foto: Swen Pförtner/dpaDer Steidl-Verlag aus Göttingen, der Bücher von Prominenten wie Günter Grass oder Karl Lagerfeld verlegt hat, musste auf Antrag ein vorläufiges Insolvenzverfahren einleiten.
Göttingen – Der Göttinger Steidl-Verlag steckt in wirtschaftlichen Turbulenzen. Jetzt hat offenbar die Minijobzentrale das Insolvenzverfahren beantragt – wegen nicht bezahlter Sozialabgaben. Ferner sollen auch Gehälter entweder gar nicht oder zu spät bezahlt worden sein, weshalb auch schon Verfahren beim Arbeitsgericht liefen, wie der NDR berichtete. Laut Angaben von Verleger Steidl selbst, seien die offenen Sozialabgaben jedoch mittlerweile beglichen worden.
Offene Lohnzahlungen des Steidl-Verlags werden noch in Verfahren am Arbeitsgericht geklärt
Wie der Arbeitsrechtler Sascha John, der Mitarbeiter des Verlags bei Gericht vertritt, gegenüber der Bild erklärte, sind mittlerweile über 20 Verfahren am Arbeitsgericht geführt worden, die in fast allen Fällen zu einer Zwangsvollstreckung geführt hätten. Auch jetzt seien noch Lohnforderungen in fünfstelliger Höhe offen. Der Anwalt von Steidl hat inzwischen die wirtschaftliche Schieflage bestätigt.
Wie t-online berichtete, seien steigende Energie- und Papierkosten und ein Exporteinbruch insbesondere in China und den USA die Ursache für die wirtschaftliche Krise gewesen. Steidls Anwalt kündigte an, dass man nun international nach einem Investor suche, der auch die Lohnrückstände der Mitarbeiter übernehmen soll, damit das Lebenswerk des Verlegers fortgeführt werden kann. Ziel sei es, die Suche bis Ende August abzuschließen, wie die Bild berichtete.
Der Steidl-Verlag hat auch die Rechte für die Günter Grass Werke verloren
Wie just bekannt wurde, hat der Verlag schon im Mai dieses Jahres auch noch die Rechte an den Grass-Werken verloren. Wie die Günter und Ute Grass Stiftung durch eine Sprecherin bekanntgab, wurde die Zusammenarbeit mit dem Steidl beendet, weil es auch hier mehrfach zu Zahlungsrückständen gekommen sei. Die Zahlungsschwierigkeiten des Steidl-Verlags haben also schon vor dem Insolvenzverfahren zu schweren Konsequenzen geführt. Die Grass-Stiftung befindet sich nach eigenen Angaben bereits in Gesprächen mit anderen Verlagen. (Quellen: Bild, t-online, NDR) (sts)