Was jetzt? / Polizeigewalt in Italien:
Proteste nach Tod bei Polizeieinsatz
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Tausende protestieren nach dem Tod eines Mannes marokkanischer Herkunft. Erlebt Italien einen George-Floyd-Moment? Und: Sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige nimmt zu.
Aus der Serie:
Was jetzt?
Aktualisiert am 21. Juli 2026, 17:39 Uhr
In mehreren italienischen Städten ist es zu Protesten und teils zu Zusammenstößen gekommen. Auslöser war der gewaltsame Tod eines 42-jährigen Mannes während eines Polizeieinsatzes am Sonntag in Bologna. Abderrahim Fakir starb mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf einer Straße, wo er von zwei Polizisten auf den Boden gedrückt wurde und um Hilfe rief. Das zeigt ein Video, in dem auch zu sehen ist, dass die Beamten erst nach mehreren Minuten von ihm abließen, als er sich bereits nicht mehr bewegte. Gegen die zwei Polizisten laufen Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ebenso wie gegen insgesamt vier Sanitäter, die die Szene dem Video zufolge zunächst nur beobachtet hatten. Wie groß die Parallelen zu der Ermordung George Floyds und das Problem rassistischer Polizeigewalt in Italien sind, ordnet ZEIT-Autorin Almut Siefert ein.
2025 gab es über 20.000 registrierte Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland. Das zeigt das Lagebild »Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen« des Bundeskriminalamts (BKA), das Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. Die Erhebung bildet das sogenannte Hellfeld, also die polizeibekannten Fälle, ab. Daneben kann von einem erheblichen Dunkelfeld ausgegangen werden. 2025 wurden mit 17.126 Fällen der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und 1.239 an Jugendlichen nicht nur mehr festgestellt als 2024, sondern auch mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Dieser liegt laut BKA bei 16.176,4. Woran dieser Anstieg liegt, erklärt Livia Sarai Lergenmüller, Redakteurin im Familienressort der ZEIT.
Außerdem im Update:
Der 45-Jährige, der vor rund drei Wochen sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade getötet haben soll, hat sich im Gefängnis suizidiert. Das teilte das niedersächsische Justizministerium mit. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen aktuell nicht vor.
Und sonst so? Brillentrends
Moderation und Produktion: Philip-Johann Moser
Redaktion: Imre Balzer
Mitarbeit: Mira Schrems
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