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„Passierte so unbegreiflich schnell“ – Pferdehalterinnen entgehen knapp einem Flugzeug-Crash

Stand: 22.07.2026, 13:03 Uhr

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Auf einem Flugplatz im Sauerland schießt ein Kleinflugzeug über die Bahn hinaus. Nur um Zentimeter verfehlt es drei Pferde und ihre Halterinnen.

Altena / Iserlohn – Zwei Frauen wollen Pferde von einer Koppel holen, als aus dem Nichts ein Kleinflugzeug über die Weide schießt. Die Tiere und ihre Halterinnen entgehen nur knapp einer Katastrophe. „Sekunden und Zentimeter“ retteten am Montag, 20. Juli, fünf Leben.

Kleinflugzeug crasht auf Pferdekoppel

Drei Pferde und zwei Menschen schwebten durch den Kleinflugzeug-Crash in Iserlohn kurzzeitig in großer Gefahr. © Alex Talash

„Für ein paar Sekunden“ habe die Welt auf dem Pferdeschutzhof in Iserlohn stillgestanden. Das schreibt Pferdehalterin Tanja Raffloer auf Facebook. In einem Post über den Kanal des Pferdehofs erzählt sie das Flugzeugunglück aus ihrer Sicht. „Carina und ich wollten gerade unsere Senioren – Merlin, Liesa und Lötzchen – zur Fütterung in den Stall holen“, schreibt sie über die Situation am Montagabend.

Kleinflugzeug crasht auf Pferdekoppel: Ungebremst zwischen Pferdehalterinnen hindurch

Zufällig hätten die beiden Frauen mehr Abstand zueinander gehalten als sonst. Plötzlich sei ein Kleinflugzeug über die direkt an die Koppel angrenzende Landebahn des Flugplatzes hinausgeschossen. „Es stürzte über die Kante, durchbrach im vollen Tempo unseren wolfabweisenden Doppelzaun und raste ungebremst genau ZWISCHEN Carina und mir hindurch!“, schreibt Raffloer.

Alles sei „unbegreiflich schnell“ passiert. Ihr eigenes Pferd, eine 27-jährige Tinker-Stute namens Lötzchen, habe am Strick gerissen und sei dann gestürzt. Es trug offene Wunden davon, die später von der Tierärztin versorgt werden mussten, und bekomme nun starke Schmerzmittel, wie Raffloer schreibt. Merlin und Liesa seien unverletzt, die blinde, 28 Jahre alte Stute aber den ganzen Abend verstört gewesen. Der 39-jährige Merlin sei die Ruhe selbst gewesen: „Er wollte mir danach direkt helfen, als ich die abgerissenen Drähte und Trümmerteile von der Weide aufgesammelt habe. Ein echter Held!“, schreibt Raffloer.

Frauen halfen Piloten aus dem Flugzeug

Die beiden Frauen halfen dem Piloten aus dem zerstörten Cockpit des Flugzeugs. Es war in eine Baumreihe gekracht und dort zum Stehen gekommen, wie Raffloer schreibt. Der Pilot sei unverletzt geblieben, wie auch der Polizeibericht bestätigte.

Blick in das zerstörte Cockpit des gecrashten Flugzeugs

Blick in das zerstörte Cockpit des gecrashten Flugzeugs © Tanja Raffloer

Die von ihnen gerufenen Rettungskräfte seien zügig gekommen: „Ein tief empfundenes Dankeschön geht an alle Rettungskräfte, die blitzschnell vor Ort waren und großartige Arbeit geleistet haben: die Verantwortlichen vom Flugplatz Hegenscheid,die Polizei, die Berufsfeuerwehr Iserlohn, die Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Kesbern und die Besatzung des Krankenwagens. Ihr seid wahre Helden!“ Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat die weiteren Ermittlungen zum Hergang des Flugunfalls übernommen.

Beiden Frauen gehe es gut, das Pferd wird wohl genesen. „Wir können es immer noch nicht fassen und zittern am ganzen Körper, wenn wir daran denken, was für ein unbeschreibliches Glück wir und unsere geliebten Pferde hatten“, schreibt Raffloer.

Die Rettungskräfte waren nach dem Flugzeug-Crash schnell zur Stelle.

Die Rettungskräfte waren nach dem Flugzeug-Crash schnell zur Stelle. © Tanja Raffloer

Doch der Doppelzaun, der der Pferdeherde besonderen Schutz vorm Wolf bietet, wurde zerstört. Nun werde jede Hilfe gebraucht, diesen schnell wieder aufzubauen. Auch Spenden werden dringend gebraucht – „und wer uns generell helfen möchte, kann sich auch gerne melden“, sagt Raffloer im Gespräch mit wa.de. Wer helfen möchte, sich auf Arbeit mit Pferden und an der frischen Luft freut, kann sich bei ihr unter 0179/2421613 melden.

Ein großes Danke richtet Raffloer auch an alle, die mit lieben Nachrichten und Nachfragen zur Stelle gewesen seien. Und einen Nachtrag macht Tanja Raffloer noch: „Verrückter, aber tragischer Zufall: Genau gestern vor vier Jahren hielt uns der Großbrand am Hegenscheid in Atem. Und exakt am selben Tag passiert genau das Unglück mit dem Flugzeug. Unfassbar“, schreibt sie.