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Apfelmus aus Italien: Obstverband fordert Erklärung von der Schweizer Armee

Publiziert16. Juli 2026, 20:59

Zu Ghackets mit HörnliObstverband empört: Schweizer Armee isst italienisches Apfelmus

Das italienische Unternehmen Melinda hat einen 670'000-Franken-Auftrag von Armasuisse erhalten. Der Schweizer Obstverband kritisiert, dass der Auftrag ins Ausland ging.

Simon Misteli

Darum gehts

Schweizer Soldaten essen italienisches Apfelmus – und das ausgerechnet zum typisch schweizerischen Gericht Ghackets mit Hörnli. Der Schweizer Obstverband hat keine Freude daran. Jetzt sucht er das Gespräch mit der Armee.

Die Armee schreibt hingegen auf Anfrage des «Blick», das italienische Unternehmen Melinda habe «als einzige Anbieterin ein gültiges Angebot» auf eine Ausschreibung für den Auftrag eingereicht. Der Auftrag ist 670'000 Franken wert.

«Vergabe ins Ausland ist kritisch zu beurteilen»

«Die Vergabe eines solchen Auftrags ins Ausland ist kritisch zu beurteilen – insbesondere bei Produkten wie Apfelmus, die grundsätzlich auch aus Schweizer Rohstoffen hergestellt werden können», schreibt der Schweizer Obstverband auf Anfrage des «Blick».

Ein Schweizer Zulieferer stärke die Versorgungssicherheit, reduziere die Abhängigkeit und sei besser fürs Klima, argumentiert der Verband. Zudem weist er darauf hin, dass die Armee auf ihrer Webseite festhalte, regionale und saisonale Produkte zu berücksichtigen. «Dieses Bekenntnis sollte aus unserer Sicht auch für verarbeitete Obstprodukte wie Apfelmus gelten.»

«Nichts Ungewöhnliches»

Der Obstverband will jetzt mit der Armee das Gespräch suchen, vor allem auch, um herauszufinden, warum so wenig Angebote eingereicht wurden. Erste Vermutungen hat der Verband bereits. Es könnte an Preisunterschieden oder Ernteschwankungen liegen, meint er. Diese Kriterien allein sollten aus Sicht des Obstverbands aber nicht ausschlaggebend sein.

Armasuisse, die für die Beschaffung der Lebensmittel für die Armee zuständig ist, erklärt, diese würden nach den Regeln des öffentlichen Beschaffungsrechts eingekauft. «Entscheidend sind Qualität, Preis, technische Anforderungen und die Einhaltung der Ausschreibungskriterien.»

Es habe dieses Jahr noch ein anderes Angebot gegeben, welches aber die technischen Spezifikationen nicht erfüllt habe, so Armasuisse. Dass es nur zwei Angebote gegeben habe, sei bei Lebensmitteln, die in grossen Mengen und nach klar definierten Spezifikationen beschafft werden, nicht ungewöhnlich.

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Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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