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Nils Dillemuth wirft 62,92 Meter und wird DM-Vierter im Speerwurf der U20

Stand: 15.07.2026, 06:36 Uhr

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Diese Weite kann sich sehen lassen. Nils Dillemuth (TV Assenheim) warf bei den deutschen Meisterschaften in Wattenscheid den 800 Gramm schweren Speer auf die neue persönliche Bestweite von 62,92 Metern und wurde damit Vierter.

Diese Weite kann sich sehen lassen. Nils Dillemuth (TV Assenheim) wirft bei den deutschen Meisterschaften in Wattenscheid den 800 Gramm schweren Speer auf die neue persönliche Bestweite von 62,92 Metern und wird damit Vierter. © Jens Priedemuth

Der 17-Jährige vom TV Assenheim stellt bei der U20-Meisterschaft in Wattenscheid eine neue persönliche Bestmarke auf. Bronze ist noch über zwei Meter entfernt.

Wattenscheid ist aktuell Treffpunkt der nationalen Leichtathletik-Elite. Nur eine Woche nach den deutschen Meisterschaften der U23 und U18 waren jetzt von Freitag bis Sonntag die Altersklassen U20 und U16 an der Reihe. Bei der älteren Jugend ging es zudem um die finale Ticketvergabe für die Nachwuchs-Weltmeisterschaften in Eugene (USA). Der Nachwuchs aus der Wetterau war mit einem Quintett vor Ort vertreten.

Bei den großen Jungs nahm Nils Dillemuth vom TV Assenheim den 800 Gramm schweren Speer in die Hand. Vor der Kür musste jedoch erst das Pflichtprogramm in Form des Vorkampfes absolviert werden. Das bedeutete: Aus dem Feld der 13 angetretenen Techniker mussten zuerst die acht Finalisten ermittelt werden. Dillemuth reiste mit einer Bestmarke von 62,10 Metern an, die er schon ganz früh in der Saison, Ende April in Friedberg, markiert hatte. Für das Finale war eine Weite von etwas mehr als 59,50 Metern nötig, was dem Assenheimer gleich im ersten Durchgang mit 61,07 Metern auch problemlos gelang. Bereits beim zweiten Versuch passte das komplexe Zusammenspiel von Anlauf und Abwurf noch viel besser zusammen, denn Dillemuth stellte mit einer Steigerung auf 62,92 Meter eine neue persönliche Bestmarke auf.

Überhaupt zeigte der 17-jährige Werfer eine stabile Serie mit sechs gültigen Versuchen, fünf davon jenseits der 60-Meter-Marke. Eine Steigerung der 62,92 Meter aus der zweiten Runde gelang im Finale mit den drei letzten Würfen zwar nicht mehr, doch ein vierter Platz im ersten Jahr bei der U20-Jugend kann sich allemal sehen lassen. Der Bronzerang, er ging mit etwas mehr als zwei Metern Vorsprung an Emil Wydmuch (SC Magdeburg/64,95 m), war diesmal noch nicht drin.

„Wir haben nach Beginn der Saison intensiv an der Umstellung auf einen schnelleren Anlauf gearbeitet. Das ist in der Umsetzung gar nicht so einfach, klappt mittlerweile aber immer besser. Die Sache sieht schon ganz gut aus. Bei den Feinheiten gibt es aber noch Luft nach oben. Unterm Strich können wir mit dem Abschneiden bei der DM zufrieden sein“, verriet Heimtrainer Andreas Ulbrich. Bereits am kommenden Wochenende ist ein weiterer Start geplant. Bei den Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg könnte Nils Dillemuth zeigen, dass mit dem neuen Anlauf noch ein paar Meter mehr drin sind.

Beim weiblichen Nachwuchs der W15 lieferte – ebenfalls im Speerwerfen – Julia Bungic einen tollen Wettkampf ab. Die Schülerin im Trikot des TV Rendel hatte keinerlei Probleme, die Qualifikation zu überstehen, in der sie mit 41,12 Metern gleich einmal ihre Bestmarke von 39,37 Metern erheblich verbessern konnte und erstmals eine 40er Weite ablieferte. Doch es sollte noch besser kommen. Denn mit ihrem vorletzten Wurf packte Bungic noch einmal fast einen ganzen Meter drauf und schob sich mit starken 42,21 Metern noch vom vierten Platz auf den Bronzerang vor. Ein toller Erfolg für die junge Werferin bei ihrer DM-Premiere.

„Hausrekord“ für Aaron Pompetzki

Bei den M15-Schülern hatte sich Aaron Lukas Pompetzki in zwei Disziplinen die Fahrkarte zur DM gesichert. Der Mehrkampf-Spezialist vom LSC Bad Nauheim war im Vorlauf über 100 Meter mit dabei und wurde hier von einem strammen Rückenwind (+ 2,6 m/sec.) angeschoben. Im Ziel leuchteten 11,93 Sekunden auf, was aber nicht für die nächste Runde reichte. Auch bei den 300 Metern war in der ersten Runde Schluss. Hier konnte der LSCler jedoch seinen „Hausrekord“ von 37,56 auf flotte 37,39 Sekunden verbessern.

Von der Papierform gehörte Amelie Tortell (U20) eigentlich zu den Anwärterinnen auf einen Platz im 800-Meter-Finale, hatte die Mittelstrecklerin vom TSV Friedberg-Fauerbach doch jüngst bei einem Meeting in Berlin ihre Bestmarke auf starke 2:08,05 Minuten gedrückt. Doch einmal mehr zeigte sich, dass DM-Rennen – besonders in den Vorrunden – nicht unbedingt auf Tempo gelaufen werden. Die Vorgabe in Wattenscheid lautete: Die Siegerinnen aus den vier Vorläufen und dann noch vier weitere Athletinnen über die Zeit ziehen ins Finale ein. Man musste also hellwach sein, um sich das Ticket für den Endlauf zu sichern. Besonders wenn die Fahrt nicht übermäßig flott war.

Tortell stand im zweiten Vorlauf auf der Bahn, der mit 68,53 Sekunden auf der ersten Runde eher ein Bummeltempo hatte. Die Entscheidung fiel also im Spurt. Hier musste sich Tortell als Zweite knapp Viktoria Kamml (Berliner TC) geschlagen geben, die als Siegerin mit 2:12,63 Minuten direkt ins Finale lief. Die 2:13,29 Minuten der mehrfachen Hessenmeisterin reichten nicht aus, um über die Zeit noch das Endlauf-Ticket zu buchen. Hier wären mindestens 2:11,55 Minuten nötig gewesen: eine Zeit, die Tortell eigentlich drauf hat.

Komplettiert wurde die Truppe aus der Wetterau von Anabel Gajic. Die Mehrkämpferin vom SV Fun-Ball Dortelweil ging über 100 Meter an den Start und machte mit 14,53 Sekunden in der ersten Runde das Halbfinale klar. Hier bestätigte sie ihre Zeit (14,52 sec.) und blieb lediglich 0,16 Sekunden über ihrem Bestwert.