Hamburg
Nach jahrelangem Zoff: Abriss der Sternbrücke hat begonnen
Das Mittelteil der Sternbrücke wird von einem Kran abtransportiert.
Florian Quandt
An der Stresemannstraße hat der Abriss der historischen Sternbrücke begonnen. Während die alte
Konstruktion Stück für Stück zerlegt wird, steht der gigantische Nachfolger schon bereit.
Nach jahrelangen Diskussionen, kontroversen Debatten und Planungen ist es am Freitag tatsächlich so weit: An der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße laufen seit Freitagmorgen die Abrissarbeiten an der 100 Jahre alten Sternbrücke. Währenddessen wurde die neue Sternbrücke final gewogen, nachdem es vorher Spekulationen um einen möglichen Kollaps der Straße gab.
Es herrscht geschäftiges Treiben auf der abgesperrten Fläche, auf dem Bürgersteig haben sich einige Schaulustige versammelt. „Das ist ein Tag, auf den wir wirklich lange hingearbeitet haben“, sagt Janna Wiedmaier. Die 36-Jährige arbeitet bei der Deutschen Bahn als Projektleiterin der Sternbrücke. Sie muss schreien, während im Hintergrund lautstark die Vorbereitungen für den Abriss laufen.
Zunächst wird der Mittelteil der Brücke herausgebrochen, anschließend folgen die beiden seitlichen Teile. Die Tragelemente wurden bereits herausgebrannt.
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Abriss der Sternbrücke hat begonnen – das passiert jetzt
Anschließend werden alle Teile mit einem Trennschneider zerlegt und die Überreste zunächst auf eine Fläche der Deutschen Bahn in Wilhelmsburg transportiert. „Dann frage ich noch einmal bei der Stadt, ob sie die alten Sternbrücken-Reste weiterverwenden möchten“, kündigt Wiedmaier an. In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Ideen, zum Beispiel könnten die alten Teile für Kunstwerke, Zierelemente an Bauwerken und in Gärten oder für den privaten Bedarf recyclet werden. Einen konkreten Plan gab es zuletzt allerdings noch nicht.
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Ist der Abbruch geschafft, soll in einer Woche die neue Sternbrücke eingehoben werden, die aktuell noch auf der Brammerfläche am Schulterblatt steht. Die Straße unter der Brücke ist schon länger gesperrt, Busse und Autos müssen eine Umleitung fahren. Auch der S-Bahn-Verkehr ist stark eingeschränkt.
Neue Brücke soll in der nächsten Woche transportiert werden
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„Die neue Brücke wurde bereits an die Transportfirma übergeben“, erklärt die Projektleiterin. „Sie ist fertig montiert, jetzt wird nur noch Korrosionsschutz aufgetragen.“ Damit werden die metallischen Bauteile vor der zerstörenden Wirkung von Wasser, Sauerstoff oder Chemikalien bewahrt. Vereinfacht gesagt: Es soll nicht rosten.
Für den Transport wurde die Max-Brauer-Allee zwischen Schulterblatt und Stresemannstraße bereits aufgeschüttet und mit Platten überdeckt. Die sollen das Gewicht der neuen Sternbrücke besser verteilen, wenn sie auf den sogenannten „Tausendfüßlern“, transportiert wird. Dieses Fahrzeug für extrem sperrige und schwere Lasten besteht aus 24 Einzelteilen und muss aktuell noch fertig zusammengesteckt werden.
So viel wiegt die neue Sternbrücke – Projetkleiterin kontert Kritik
„Die neue Brücke wurde jetzt final gewogen und kommt auf ein Gewicht von 3685 Tonnen“, ergänzt die Projektleiterin. Vor einigen Tagen war Kritik von den Linken und der Gegen-Initiative laut geworden, dass die neue Brücke beim Transport zu schwer für die unterirdischen Siele und Kabelschächte der Straße sein könnte. „Ich habe die Berechnungen noch einmal überprüfen lassen, diese haben sich nicht verändert. Die Brücke ist nicht zu schwer“, betont Wiedmaier jetzt.
Mit einer Länge von 108 Metern und einer Höhe von 25 Metern ist die neue Sternbrücke deutlich gewaltiger als ihre Vorgängerin. Laut der Bahn ist der Neubau notwendig, um den hunderten S-Bahnen, Regios und ICEs, die täglich darüber fahren, auch in Zukunft standhalten zu können.