Stand: 20.07.2026, 12:54 Uhr
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Ein beliebter Badesee in NRW ist gesperrt. Der Grund dafür ist ein kurioses Tier-Sterben – rund 20 tote Wasservögel wurden im Uferbereich entdeckt. Die Stadt mahnt zur Vorsicht.
Troisdorf – Badeseen sind an heißen Tagen beliebte Ausflugsziele – doch am Rotter See bei Troisdorf, nur einen Katzensprung von Köln entfernt, herrscht aktuell Badeverbot. Die Stadt hat den See vorsorglich gesperrt, nachdem im Uferbereich zahlreiche tote Wasservögel gefunden wurden. Das teilte die Stadt unter anderem auf Facebook mit.

Der Rotter See in Troisdorf wurde gesperrt. Der Grund sind mehrere tote Tiere. © IMAGO / JOKER / Collage: wa.deWie die Stadt Troisdorf mitteilt, wurden im Uferbereich des Sees etwa 20 verendete Wasservögel entdeckt. Um mögliche Gesundheitsrisiken für Menschen und Tiere auszuschließen, hat die Verwaltung sich mit der unteren Wasserbehörde abgestimmt und den See daraufhin geschlossen, heißt es.
Stadt appelliert: "Bitte gehen Sie nicht ins Wasser“
Was den plötzlichen Tod der Tiere ausgelöst hat, ist bislang nicht geklärt. Die verendeten Vögel werden derzeit untersucht, um die genaue Ursache festzustellen. Parallel dazu lässt die Stadt auch die Wasserqualität des Sees erneut überprüfen. Bei der letzten Kontrolle, vor rund zwölf Tagen, sei noch alles in Ordnung gewesen: Die Wasserqualität wurde damals als unbedenklich eingestuft.
Wie ein Sprecher der Stadt Troisdorf gegenüber wa.de mitteilt, habe die Tierhilfe, die auch die verendeten Vögel aus dem Wasser geholt hat, eine Vermutung: Demnach könnte es sein, dass die Tiere an Botulismus erkrankt sind. Dabei handelt es sich um eine schwere Vergiftung, die durch Bakterien hervorgerufen wird. „Dies passiert dann, wenn bestimmte Bakterien, die sich in freigelegten Schlammflächen stark vermehren, unter sauerstoffarmen Bedingungen Giftstoffe produzieren, die dann von den Wasservögeln bei der Nahrungssuche aufgenommen werden“, schreibt etwa der Nabu Düren. In der Folge kann es zu schweren Lähmungen kommen, an denen die Tiere letztlich verenden. Auch für Menschen kann die Erkrankung potenziell lebensgefährlich sein.
Ergebnisse stehen noch aus – See bleibt bis dahin dicht
Bis die Ursache geklärt ist, bittet die Stadt Troisdorf um Vorsicht. „Bitte gehen Sie vorsorglich nicht ins Wasser, bitte halten Sie Ihre Hunde vom Wasser fern“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung. Auch Hundehalterinnen und Hundehalter sollen ihre Vierbeiner also konsequent vom Ufer und vom Wasser fernhalten. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, will die Stadt darüber informieren. Wie der Sprecher erklärt, könnte es noch bis zum Ende der Woche dauern, bis die Ergebnisse vorliegen – bis dahin müsse der Badesee weiterhin geschlossen bleiben. Erst dann wird sich zeigen, ob die Tiere wirklich an Botulismus gestorben sind.
Eine Untersuchung in einem anderen NRW-See zeigt, dass die Zahl der Raubfische dort deutlich zunimmt. Einen Haken gibt es dennoch. Die Stadt plant weitere Maßnahmen.