Stand: 23.07.2026, 21:18 Uhr
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Mehrere Wildtiere sind an einem See im Ruhrgebiet mit Pfeilen angeschossen worden. Eines musste eingeschläfert werden. Mittlerweile ermittelt die Kriminalpolizei.
Witten / Bochum – Die Tiere laufen noch mit den Pfeilen im Körper herum. Sie stecken in ihren Flügeln und Hinterteilen, verursachen vermutlich höllische Schmerzen. Mehrere Kanada-Gänse hat ein Unbekannter am Kemnader See zwischen Witten und Bochum mit Pfeilen seit Anfang Juni abgeschossen. Tierschutzvereine sind alarmiert, die Kriminalpolizei ermittelt.

Der Pfeil einer mutmaßlichen Pistolenarmbrust steckt im Flügel dieser Kanada-Gans am Kemnader See. © Luci WietsBei den Pfeilen handle es sich offenbar um Armbrustpfeile, wie Luci Wiets im Gespräch mit wa.de berichtet. Sie ist Tierschützerin im Verein Aktiv für Tiere – Tauben- und Wasservogelhilfe. Zusammen mit dem Dortmunder Tierschutzverein Arche90 sind die Ehrenamtlichen am Kemnader See unterwegs, um Tiere zu retten und den Täter zu finden.
Tierquäler schießt auf Kanada-Gänse am Kemnader See
Weil dieser mit seinen grausamen Taten nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch gegen das Waffengesetz verstoße, ermittle nun auch die Kriminalpolizei. „Ich bringe jetzt gleich die Pfeile dahin“, sagt Wiets im Gespräch. Die Ermittlungen sollen helfen, dem Tierquäler das Handwerk zu legen. Vogelkundler gingen laut den Tierschützern davon aus, dass er frühmorgens unterwegs sein muss. „Das hat auch die Tierärztin festgestellt, anhand dessen, wie alt der Schuss war. Die müssen gerade erst abgeschossen worden sein“, sagt die Tierschützerin.

Eine der von einem Pfeil getroffenen Kanada-Gänse bei der Tierärztin © Luci WietsZehn Tiere habe der Täter bisher erwischt, erzählt Wiets. Eine verletzte Gans sei durch einen Jäger getötet worden, die anderen hätten überlebt. „Entweder er ist ein sehr schlechter Schütze, oder es geht darum, die Tiere zu quälen“, sagt sie, denn alles Lebenswichtige sei bisher nicht getroffen worden. Drei Tiere habe sie gerade in Pflege, erzählt sie, weitere habe sie kürzlich ausgewildert und dabei gleich fünf neue entdeckt, die einen Pfeil im Flügel oder Hinterteil stecken hatten. Zwei hätten noch nicht eingefangen werden können.
Tierschützer halten Ausschau in Bochum und Witten – und bitten auch Spaziergänger darum
Die Tierschützer sind täglich am Kemnader See, locken die Verletzten mit Futter an, versuchen, sie zu retten. Doch der Täter muss unbedingt gefasst werden, bevor noch mehr Tiere gequält werden – und vielleicht doch noch welche sterben müssen. „Wir sind mit einem Suchtrupp da unterwegs“, erzählt Wiets, „und halten Ausschau. Auch alle Spaziergänger können helfen, weil viele Augen einfach mehr sehen“. Wer etwas Verdächtiges oder eine verletzte Gans entdeckt, kann sich über die Facebook-Seite vom Verein Aktiv für Tiere – Tauben- und Wasservogelhilfe oder per Mail an [email protected] oder [email protected] an die Tierschützer wenden.

Die Verletzung der Gans ist tief und sicher schmerzhaft, aber nicht lebensbedrohlich. © Luci WietsLuci Wiets berichtet von einem ähnlichen Fall in Trier. Durch die Zusammenarbeit der Tierschutzvereine mit der Polizei habe der Täter hier überführt werden können. Hier waren Nilgänse das Ziel des Tierquälers. Die öffentliche Gerichtsverhandlung sei in Kürze.
Der bewilligte Abschuss von Gänsen an einem anderen See in NRW erregt Widerstand. Tierschützer demonstrierten und bemühten sich, den Stadtrat umzustimmen.