Stand: 23.07.2026, 13:54 Uhr
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Mexikos Torwart-Legende Guillermo „Memo“ Ochoa beendet seine Karriere. Der sechsmalige WM-Teilnehmer hinterlässt eine unvergessliche Ära.
Beim Spaziergang durch die Gassen von Mexiko-Stadt trifft man überall auf die Wandbilder von Guillermo Ochoa. Er ist zwar zu klein für die Größenmaßstäbe einer Nummer 1. Dafür ist er in der Lage, Schüsse aus dem Winkel zu kratzen, sich in Rekordzeit wieder aufzurichten und der Abwehr Anweisungen zu geben. Die Weltmeisterschaft in Katar 2022 sollte seine letzte sein und seine Worte klangen endgültig: „Katar wird meine letzte Reise sein“.

Mexikos Torhüter Guillermo Ochoa wird nach dem Spiel von seinen Mitspielern gefeiert. © Natacha Pisarenko/dpaDoch vier Jahre später dann die Wende. Ein Heimturnier, das in seinem Land zusammen mit den Vereinigten Staaten und Kanada organisiert wird, wollte er nicht verpassen. So zeigt sich der ganze Ochoa durch seine sechs Weltmeisterschaften: Er hat sie nicht immer als Star erlebt, manchmal als Ergänzung oder als Nebendarsteller, aber immer als Führungsspieler in der Kabine.
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Dieser Artikel von Filippo Rubulotta entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.
Ochoa sammelte erste Erfahrungen während der WM 2006, als er vom Trainer Ricardo La Volpe erstmals für eine Endrunde nominiert wurde, aber keine Minute Einsatzzeit erhielt.
Mexikos Ochoa bei den ersten Weltmeisterschaften nur Ersatzmann
In der Startelf gehörte der Platz Oswaldo Sánchez. Der Weg von „El Tri“, der Spitzname der mexikanischen Nationalmannschaft, in der Gruppenphase verlief ohne größere Probleme mit nur drei Gegentoren. Im Achtelfinale traf Mexiko auf Argentinien, das sich schwertat, die Partie aber in der Verlängerung entschied. Nach dem Schlusspfiff war die Mannschaft niedergeschlagen. Doch „Memo“ hob die Stimmung, so gut es ging.
Von der Weltmeisterschaft in Südafrika bleiben vor allem zwei Elemente in Erinnerung: „Waka Waka“ von Shakira, das zum Sommerhit wurde, und die Vuvuzela, die zur störenden Begleitmusik der Spiele avancierte. Ochoa spielte auch dort keine einzige Minute, weil Trainer Javier Aguirre ihm Óscar Pérez vorzog. Der Weg Mexikos endete erneut im Achtelfinale gegen denselben Gegner: Argentinien. Unter Trainer Diego Maradona war die „Albiceleste“ gnadenlos. Carlos Tévez mit einem Doppelpack und Gonzalo Higuaín besiegten Mexiko. Ochoa war sich bewusst, dass er die Weltmeisterschaft in Brasilien spielen musste, nachdem er die beiden vorherigen Endrunden nur als Zuschauer verfolgt hatte. Genau dort entstand die Bühne, die ihn weltweit bekannt machte.
Der Durchbruch in Brasilien
Auch seine Haare mit Stirnband trugen zum Eindruck bei, sie wirkten sehr retro. In der Gruppenphase gegen Gastgeber Brasilien wuchs er über sich hinaus: Er hielt alles, einschließlich eines spektakulären Kopfballs von Neymar, und sicherte das 0:0. Zum dritten Mal in Folge endete der Weg im ersten K.-o.-Spiel: Die Niederlande überwanden Memo erst durch Wesley Sneijder und dann per Foulelfmeter durch Klaas-Jan Huntelaar. In Fortaleza galt ein großer Teil des Applauses dem Torhüter. Es war ein weiteres historisches Kapitel seiner Karriere.
„Memo“ bei der WM 2018 und 2022
Beim Sieg Mexikos gegen Weltmeister Deutschland (1:0) 2018 war Ochoa erneut entscheidend, auch dank einer Parade bei einem Kroos-Freistoß, den er an die Latte lenkte. Nach diesem Spiel wurde sein Spitzname „San Memo“ wieder zum Internet-Phänomen. In den sozialen Netzwerken kursierten Memes und Fotomontagen, die ihn als Heiligen oder Superhelden zeigten. Die Reise endete gegen das brasilianische Duo Neymar und Firmino. Es sah aus, als ginge seine Karriere dem Ende zu. Im eigenen Land dachten alle, es sei die letzte große Endrunde von Ochoa mit der Nationalmannschaft. Doch Memo legte nach und träumte von einem letzten großen Auftritt.
Dafür brauchte es etwas Besonderes: einen Strafstoß zu halten. Er sicherte seinem Team einen Punkt, indem er Robert Lewandowski vom Elfmeterpunkt stoppte. Der Weg wurde steiler, als Mexiko nach dem 0:2 gegen Argentinien – den späteren Weltmeister – in der Nachspielzeit von Saudi-Arabien bestraft wurde. Wegen der schlechteren Tordifferenz blieb das Achtelfinale ein unerreichbarer Traum. Zum ersten Mal seit Langem schied Mexiko schon in der Gruppenphase aus.
Das Ende einer Ära
Die WM 2026 war die erste Weltmeisterschaft, die in drei Ländern ausgetragen wurde: USA, Mexiko und Kanada. Der Weg der Nationalmannschaft unter Trainer Aguirre begann vielversprechend. In fünf Spielen stand Ochoa nur 18 Minuten auf dem Platz – im Gruppenspiel gegen Tschechien, das Mexiko gewann. Bei seinem Abschied drückte er beide Lippen symbolisch an die Pfosten des Aztekenstadions – jenes Stadion, das ihn zwölf Jahre lang als Torwart des Club América erlebt hatte.