In Südwestfrankreich brannte im Département Gironde bislang eine Fläche von der vierfachen Größe der Hauptstadt Paris ab, wie Innenminister Laurent Nuñez betonte. Nach seinen Worten mussten sich im Département Gironde 167.000 Menschen Sicherheit bringen, außerdem etwa 30.000 im benachbarten Département Landes. Frankreich habe noch nie zuvor Brände in diesem Ausmaß erlebt, klagte Nuñez.
In Spanien wurden nach Angaben des Innenministeriums mehr als 70.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Damit mussten in den beiden derzeit besonders von Waldbränden betroffenen EU-Ländern rund 270.000 Menschen ihre Häuser verlassen.
Militärtransporter kommt zum Einsatz
Zur Bekämpfung der Waldbrände im Südwesten Frankreichs soll nun ein militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M eingesetzt werden. Premierminister Sébastien Lecornu habe den Streitkräften die Entsendung der Maschine angeordnet, heißt es aus Paris.
Bei dem Großfeuer nahe Madrid gibt es trotz verbesserter Löschbedingungen vorerst keine Entwarnung: Teile der Gegend westlich der spanischen Hauptstadt sind durch die Waldbrände weiter in Rauch gehüllt. Brandgeruch drang bis ins Zentrum Madrids vor.
Nach Regierungsangaben breiteten sich die Flammen aufgrund "erheblich" besserer Bedingungen aber nur noch wenig aus. Bei einem Besuch am Samstag vor Ort sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez, vorrangiges Ziel sei es, "Leben zu retten".
Mit vereinten Kräften: In Cebreros in Spanien helfen Anwohner der Feuerwehr bei der Bekämpfung der FlammenBild: Cesar Manso/AFP
Zwei von drei Bränden westlich von Madrid waren nach Behördenangaben zuvor zu einem Großfeuer verschmolzen, das sich trotz einer leichten Verbesserung der Lage mit einem weiteren Waldbrand in der benachbarten Region Kastilien und León noch verbinden könnte. Der größte Brand in Spanien in der Provinz Guadalajara nordöstlich von Madrid loderte am Samstag weiter. Dort vernichteten die Flammen bislang etwa 32.000 Hektar Land.
Deutschland bietet Hilfe an
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bot Frankreich und Spanien die Unterstützung Deutschlands bei Löscharbeiten an. Die Bundesrepublik stehe zu entsprechender Hilfe "bereit", erklärte er im Onlinedienst X. "In Krisenzeiten hält Europa zusammen", fügte Wadephul hinzu. Spanien und Frankreich haben bereits Unterstützung aus anderen europäischen Ländern in Form von Flugzeugen erhalten.
Wissenschaftlern zufolge erhöhen die durch den menschengemachten Klimawandel häufigeren und intensiveren Hitzewellen das Risiko von Waldbränden. Dürre und außergewöhnliche Hitze hatten die Vegetation in weiten Teilen Südeuropas stark ausgetrocknet und erschweren jetzt die Löscharbeiten.
haz/wa (dpa, afp, rtr)
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