Mann stirbt nach Tiger-Attacke in Sachsen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Halterin
Stand: 14.07.2026, 13:27 Uhr
Kommentare
Uns auf Google folgen
Zwei Monate nach dem Tigerangriff bei Leipzig ist der schwer verletzte Pfleger gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung.
Leipzig – Rund zwei Monate nach der Attacke eines Tigers auf einen Pfleger in einer privaten Tierhaltung nahe Leipzig ist der Mann seinen Verletzungen erlegen. Der 72-Jährige starb am 10. Juli, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig in einer Mitteilung erklärte. Die Behörde ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung.

Pfleger nach Tigerangriff nahe Leipzig gestorben. (Archivbild) © Heiko Rebsch/dpaDer Vorfall hatte sich Mitte Mai ereignet: Ein ausgewachsener männlicher Tiger war aus einem privaten Gehege einer ehemaligen Zirkus-Artistin in einem Gewerbegebiet in Dölzig nahe der Autobahn 9 entkommen. Bei dem Ausbruch wurde der 72-jährige Helfer der Halterin schwer verletzt. Die Polizei erschoss die Raubkatze wenig später nur wenige Meter von einer Kleingartenanlage entfernt, um die dort lebenden Menschen zu schützen.
Nach Tigerattacke in Dölzig – sechs Tiere nach Spanien gebracht
In der Anlage hatten neben dem erschossenen Tiger noch acht weitere Raubkatzen gelebt. Nach wochenlangen Diskussionen wurden sechs von ihnen inzwischen in eine Auffangstation nach Spanien gebracht. Grund dafür war laut Landratsamt Nordsachsen, dass das Areal für die Anzahl der gehaltenen Tiger zu klein sei.
Nach dem Ausbruch und der Attacke war der Tiger in die Nähe der angrenzenden Kleingartenanlage gelangt, was die Polizei zum sofortigen Handeln veranlasste.
Halterin über Tiger-Attacke: „Ich verstehe nicht, was hier passiert ist“
Die ehemalige Dompteurin und Halterin der Anlage hatte bislang keine Erklärung dafür, wie es zu dem Ausbruch kommen konnte. „Ich habe nichts falsch gemacht. Meine Helfer sind zu 100 Prozent instruiert. Ich verstehe nicht, was hier passiert ist“, hatte sie gesagt. Bei dem Vorfall war sie selbst nicht vor Ort. Bereits zuvor hatte sie sich zu dem Vorfall geäußert.
Mit dem Tod des Pflegers dürfte sich der Fokus der Ermittlungen nun verschärfen. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Halterin durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen für den Ausbruch des Tieres mitverantwortlich ist. Die Staatsanwaltschaft Leipzig gibt an, am Montag, 13. Juli, die Obduktion des Leichnams angeordnet zu haben: „Das Ergebnis liegt derzeit noch nicht vor.“ Seit dem Vorfall befand sich der Verstorbene ununterbrochen in stationärer Behandlung. Quellen: medienservice.sachsen.de, dpa (bk)