Stand: 25.07.2026, 06:30 Uhr
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"Grießnockerlaffäre" - So schlecht schaut's aus: Der Eberhofer (Sebastian Bezzel) ist am Arsch. © ARD Degeto/BR/2017 Constantin Film/Bernd SchullerDer Barschl ist tot, und ausgerechnet Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) soll ihn auf dem Gewissen haben? Auch der vierte Eberhofer-Krimi gibt den Fans, was sie erwarten.
Zefix, da sieht es zunächst gar nicht gut aus für den Eberhofer (Sebastian Bezzel). Das Problem ist weniger der Rausch, den er von einer exzessiven Hochzeitsfeier unter Polizeikollegen mit nach Hause gebracht hat. Nein, das Problem ist das gute Dutzend SEK-Beamte, die mit vollem Gerödel an seinem Bett stehen, um ihn zu verhaften. Die ungeheuerliche, aber durchaus nachvollziehbare Anschuldigung: Franz, der sich an nichts erinnern kann, soll in der Feiernacht seinen verhassten Vorgesetzten Barschl umgebracht haben. „Grießnockerlaffäre“ (Samstag, 25. Juli, 20.15 Uhr, BR) beginnt so furios wie ein waschechter Krimi. Was er aber natürlich nicht ist, und was auch diesmal überhaupt nichts macht. Im Gegenteil: Beim Filmportal „Imdb“ erhält der vierte Eberhofer-Fall die besten Noten von allen Filmen mit dem Dorfpolizisten.

„Grießnockerlaffäre“ - Da lebt er noch, der Barschl (Francis Fulton-Smith, links). Aber als wenig später seine Leiche gefunden wird, sieht's nicht gut aus für den Eberhofer (Sebastian Bezzel), der unter dringendem Mordverdacht steht. © ARD Degeto/BR/2017 Constantin Film/Bernd SchullerDer Barschl tot! Das gilt es erst mal zu verdauen - für alle, die die Story nicht schon aus dem gleichnamigen Bestseller kennen, ist das die Schocknachricht schlechthin. Denn auch wenn sein Ableben nicht gerade ein signifikanter Verlust für die Menschheit ist, geht der von Francis Fulton-Smith kongenial verkörperte hinterfotzige Korinthenkacker der Eberhofer-Reihe ab.
Barschl, der natürliche Feind eines Freidenkers wie Eberhofer, mag nichts Gutes verdient haben, aber dass er hinterrücks mit einem Messer gemeuchelt wird, wünscht man selbst dem schlimmsten aller Pedanten nicht. Dass in der Tatwaffe der Name „Franz Eberhofer“ eingraviert ist, ergibt, zusammen mit einigen vor Zeugen ausgesprochenen handfesten Drohungen, eine Beweislast, die erdrückend erscheint. Selbst der sonst nie um einen Lösungsansatz verlegene Eberhofer-Spezl, der Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), muss zugeben, dass es eng wird - zumal es Eberhofer mit einer extrascharfen Sonderermittlerin, genannt „Thin Lizzy“ (Nora Waldstätten), zu tun bekommt ...
Gestandene Männer dürfen sich wie Kinder aufführen
Wer die Bücher und die Filme liebt, kriegt, was er erwartet. „Grießnockerlaffäre“ schwelgt in feucht-fröhlichen Männerrunden beim Dorfwirt Wolfinger (Max Schmidt), im brillanten Wortwitz, der eben nur hauchzart neben der Realität liegt, und in der kunstfertigen Versinnbildlichung des Lebens in der niederbayerischen Provinz. Es ist kein Idyll, sondern die echte Diaspora, in der die Menschen mit großer Selbstverständlichkeit im Jogginganzug statt in Tracht auf die Straße gehen und echte Männer eben Leberkassemmeln und Schweinsbraten essen, Bier trinken und AC/DC hören.
Man möchte zu gerne glauben, dass es all das wirklich so gibt: dass sich in diesem Biotop des ganz normalen Provinz-Wahnsinns gestandene Männer im Vollrausch noch aufführen dürfen wie kleine Kinder. Eines Nachts steckt Regisseur Ed Herzog die ganze Rasselbande, den Simmerl (Stephan Zinner), den Flötzinger (Daniel Christensen) und den Wolfi (Max Schmidt), in einen riesigen Blumentrog, der mit einer Kette an Eberhofers Polizei-Audi befestigt wurde, und jagt sie in wilder Schleuderfahrt durch den Verkehrskreisel.
Inwzischen bringt es die Eberhofer-Reihe auf neun Verfilmungen. Der zehnte, „Steckerlfischfiasko“, startet am 13. August im Kino. Und theoretisch muss damit nicht Schluss sein: Mit „Apfelstrudel-Alibi“ veröffentlichte Rita Falk 2025 einen weiteren Roman. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)