everyschematic.com

Kultur und Handel verbunden: Kostenlos spielen, iPad gewinnen – das steckt hinter dem City-Bingo in Völklingen

  1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Kultur und Handel verbunden Kostenlos spielen, iPad gewinnen – das steckt hinter dem City-Bingo in Völklingen

Update | Völklingen · Ein Bingo mit Elementen einer Schnitzeljagd soll Bürger und Besucher im Juli in die Völklinger City locken. Ziel des City-Bingo ist es, mehr Leben in die Innenstadt zu bringen. Wir haben getestet, wie das Spiel funktioniert und was Teilnehmer erwartet.

17.07.2026 , 13:24 Uhr

Bilderstrecke zuletzt aktualisiert:

10.07.2026

Update von Freitag, 17. Juli: Das City-Bingo wird bis Montag, 27. Juli, verlängert. Das teilt die Stadtverwaltung in Völklingen mit. Sticker und Sofortpreise können bis dahin weiterhin eingesammelt und abgeholt werden, auch die Hauptpreisverlosung findet dementsprechend später statt.

Ursprungstext: Manches fühlt sich beim Streifzug durch Völklingen an diesem Donnerstagmittag ein bisschen verhext an. So könnte man meinen, Brunnen gäbe es in Städten wie Sand am Meer. Und dennoch: Gerade wenn man bewusst nach einem sucht, findet sich keiner. Auf der bunten Bingokarte steht in einem Feld links oben ausdrücklich: „Mach ein Bild eines Brunnens!“ Die bunte Karte ist mit „City Bingo“ überschrieben. Das Ziel: Möglichst viele senkrechte, waagrechte und diagonale Reihen auszufüllen. Für eine ortsfremde Volontärin ist das gar nicht so leicht.

Das hat es mit dem City-Bingo auf sich

Die Stadt Völklingen hat für Bürger und Besucher aktuell das Projekt City-Bingo auf die Beine gestellt. Von Mittwoch, 8., bis Samstag, 18. Juli, läuft das Spiel in der Völklinger Innenstadt zwischen Hütte und Neuem Rathaus. Der Hauptpreis, der unter allen über 18-jährigen Teilnehmern, die die Bingokarte vollständig ausfüllen konnten, verlost wird, ist ein iPad Air.

Das City-Bingo verbindet Elemente einer Schnitzeljagd mit einem Bingo-Spiel. Das übergeordnete Ziel: Bürger und Besucher sollen „die Innenstadt erkunden, Aufgaben lösen und gleichzeitig die Vielfalt der örtlichen Geschäfte, Einrichtungen und kulturellen Angebote kennenlernen“, wie es auf der Internetseite der Stadt Völklingen heißt. Die Managerin des Projekts „Lebendige Innenstadt“, Rabea Hoffmann, hat das Konzept im Detail ausgetüftelt. Einbezogen werden bei den Aufgaben auf den Karten bekannte oder persönlich bedeutungsvolle Orte in der Innenstadt, aber auch Dienstleistungsgeschäfte, wie etwa Friseure, Gastronomie, wie zum Beispiel Eisdielen, und Handel, beispielsweise Modegeschäfte.

Völklinger City-Bingo im Selbstversuch

Eins wird beim Spielen direkt klar: Möchte man die ganze notwendige Route auf einmal abdecken, wird es ein größerer Spaziergang – oder Auto beziehungsweise Fahrrad werden notwendig. Der Start an der St. Eligius-Kirche scheint für den Selbstversuch am sinnvollsten: Hier soll, im inneren der Kirche, ein Foto gemacht werden – eine leichte Übung.

Schwieriger wird es beim Zusammenzählen von drei Apotheken-Hausnummern. Denn die sind oft nicht leicht ersichtlich bei direkt aneinander gebauten Häusern. Ebenfalls keine leichte Aufgabe ist „Finde die Bingokugeln auf der Stele im Weltkulturerbe“, weil erst einmal unklar ist, was für eine Art von Stele gemeint ist. Und wer nicht gründlich genug liest, verwechselt schnell das Alte mit dem Neuen Rathaus. Beim Friseur Westerkamp gibt’s ein Foto von einem Friseurutensil – die SZ ist der erste Besucher, der seit dem Start der Aktion am Vortag fürs City-Bingo dort vorbeikommt.

Kulturprogramm als Bonus für die Bingo-Spieler

Für alle Erwachsenen gibt es vier Varianten der Bingokarten, für Kinder ein Bingo mit neun Feldern. Außerdem mit im Boot beim City-Bingo: Kulturschaffende, die mittwochs bis samstags an wechselnden Stationen mit Auftritten, Lesungen und Walk Acts vor Ort sind. Das Programm dafür werde wöchentlich auf der Instagramseite visit.voelklingen bekannt gegeben.

59 Bilder

Jetzt wird gefeiert: Das sind die Abschlussklassen 2026 im Saarland

59 Bilder

Foto: Jennifer Kuhn

Das iPad ist der Hauptpreis für eine komplett ausgefüllte Bingo-Karte. Aber auch, wer mindestens eine waagrechte, senkrechte oder diagonale Reihe füllen kann, hat die Chance auf Sofortgewinne, wie Gutscheine oder Sachpreise. Das Mitspielen kostet nichts, die Bingokarten können im City-Büro oder in der Tourist-Information abgeholt werden, auch an anderen Orten in der Stadt liegen die Bögen aus. Pro Person werden maximal drei Karten ausgegeben.

So wird die Teilnahme kontrolliert

Neben auszufüllenden Feldern auf der Bingokarte müssen oft Fotos zum Beweis vorgelegt werden, dass man auch tatsächlich vor Ort war; das meiste lässt sich allerdings ohnehin nur schwer aus der Ferne beantworten. Das Spiel ist also gut konzipiert für den Zweck, dass die Innenstadt ja auch wirklich besucht werden soll.

Das City-Bingo ist Teil des „Zukunftskonzepts 2030“ zur Stärkung des Handels im Saarland. In einer Befragung unter saarländischen Einzelhändlern hatten die Befragten vor allem angegeben, dass sie sich zur Stärkung ihres Unternehmens gemeinsame Marketingaktionen, beziehungsweise Kooperationen mit stationären Handelsunternehmen, mit der Kommune oder mit Gastronomie und Kultureinrichtungen wünschen.

Ergebnis: Zehn Felder in 1,5 Stunden

Fazit: Das City-Bingo erfüllt seinen Zweck, macht Spaß, und wer sein Glück für ein neues iPad versuchen will, verliert in jedem Fall nichts beim Flanieren durch Völklingen, sondern bekommt im Zweifel noch etwas zu sehen. Zwei Wermutstropfen gibt es: Bei einer hohen Ausländerdichte unter den Einwohnern in der Innenstadt mit vielen internationalen Geschäften scheint das Projekt vor allem für deutschsprachige Menschen und mit deutschsprachigen Gewerbetreibenden zusammen konzipiert worden zu sein. Die Bingokarten sind auch ausschließlich auf Deutsch erhältlich.

Zudem kann es bei manchen Aufgaben zu Verwirrungen kommen, die sich nicht ganz so leicht aus der Welt schaffen lassen (so etwa mit den Hausnummern der Apotheken oder bei der Stele im Weltkulturerbe) – das hätte möglicherweise etwas entschärft werden können.

Nach 1,5 Stunden ist es zu heiß und außerdem Mittagessenszeit. Was noch fehlt, ist der Gang in die Tourist-Information, wo alles sorgfältig geprüft und auf die „bestandenen“ Bingofelder Sticker geklebt werden. Die Ausbeute: Zehn von 16 Feldern bekommen einen Sticker, zwei waagrechte Reihen sind voll geworden. Für eine ortsfremde Person wohl ein ganz passables Ergebnis – dafür hätte es zum Beispiel eine Eintrittskarte fürs Freibad als Gewinn gegeben. (mr)