Stand: 12.07.2026, 20:19 Uhr
Kommentare
Uns auf Google folgen

Mehrfach müssen Rettungswagen am Zug vorbeimanövrieren, um dehydrierte Menschen zu erreichen. © Nici MerzBeim Rosenfest in Steinfurth sind fünf Menschen wegen Dehydration zusammengebrochen. Die umliegenden Krankenhäuser konnten niemanden mehr aufnehmen.
Bad Nauheim-Steinfurth – Allen Widrigkeiten zum Trotz haben die Steinfurther ein gelungenes Rosenfest auf die Beine gestellt. Kein Geld, die Hitze – und trotzdem ist es wieder ein Erfolg gewesen. 35.000 Besucherinnen und Besucher sind nach Einschätzung von Korsoleiter Sascha Pfeiffer an den drei Festtagen insgesamt dagewesen. „Es ist richtig gut“, sagte er. Fast 20.000 Menschen könnten es allein am Sonntag gewesen sein, als der Korso mit 60 Zugnummern unterwegs war.
Es war ein Wechselbad der Gefühle. Zum einen sorgten die starken Prunkwagen und gut gelaunten Fußgruppen für Emotionen. Zum anderen setzte die Hitze den Zuschauern zu. Zwei Stunden in der Sonne stehen, war eine Herausforderung. Immer wieder geriet der Korso ins Stocken. Es ergaben sich längere Pausen, über die sich das Publikum wunderte. Es lag an Rettungseinsätzen des Deutschen Roten Kreuzes, das ausrücken musste, da Menschen hitzebedingt zusammenbrachen. Dabei konnte der Eindruck entstehen, als sei die Bad Nauheimer Straße zu eng. Aufgrund der Marktstände und Korsowagen schienen die Rettungswagen nicht durchzukommen.
Laut Jochen Mörler, Fachbereichsleiter vom Kulturamt der Stadt, trügt dieser Eindruck. „Wir hatten fünf Einsätze vom Roten Kreuz wegen Dehydration.“ Die Menschen hätten zu wenig getrunken. „Problem war, dass die Rettungsteams die Menschen im Krankenwagen versorgen mussten, weil die umliegenden Krankenhäuser aufgrund der Situation niemanden mehr aufnehmen konnten.“ Das sei vor zwei Jahren ähnlich gewesen. „Dass leider der Rettungswagen hineinfahren muss, und dann müssen wir den Zug anhalten.“ Die Stadt hat Mörlers Worten zufolge einiges getan, um Wasser „reinzubringen“. An drei Standorten waren Wasserduschen positioniert, zudem hätten die Hiesbach-Karnevalisten Wasserfontänen versprüht. Auch die Freiwillige Feuerwehr Steinfurth sprühte Wasser vom Prunkwagen. Fehlt es vielleicht an Sitzmöglichkeiten? Das verneint Mörler. „Wir stellen immer wieder diverse Sitzplätze raus“, sagte er. Allerdings nehme der Egoismus zu, etwa, wenn junge Menschen säßen und Senioren keinen Platz fänden.
Zu denjenigen, die mit gutem Beispiel vorangingen, gehörte Anne Pröll. Vor ihrem Haus stand ein Pavillon mit Stühlen. „Das machen wir alle zwei Jahre, wenn die Gäste herkommen, dass die sich setzen können.“ Die Menschen seien sehr dankbar dafür. In einer anderen Einfahrt war die Gastfreundschaft weniger groß. „Das steht für uns privat“, hieß es.
Eine Freude waren da die vielen Gruppen aus nah und fern, die sich am Umzug beteiligten, sowie die sieben Prunkwagen von Steinfurther Vereinen und Initiativen. „Es haben sich alle wieder sehr viel Mühe gegeben. Es ist ganz toll“, lobte denn auch Sascha Pfeiffer.
Im Hinblick auf den Hitzeschutz ist aber Luft nach oben.