Iran-Krieg vor Eskalation? Huthi-Miliz im Jemen droht Saudi-Arabien mit Vergeltung
Stand: 25.07.2026, 08:03 Uhr
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Nach Luftangriffen im Jemen schwört die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz Rache gegen Saudi-Arabien. Wie reagiert Trump?
Sanaa/Riad – Der Konflikt im Nahen Osten weitet sich offenbar aus. Infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus spitzt sich jetzt auch die Lage im Roten Meer zu. Nach einem erneuten Angriff auf ein Schiff flog eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe im Jemen. Es seien „legitime militärische Ziele“ der mit dem Mullah-Regime im Iran verbündeten Huthi-Miliz in der jemenitischen Provinz Hudaida attackiert worden, schrieb ein Koalitionssprecher auf X.

Der Konflikt um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild) © Wen Xinnian/Xinhua/dpaDie Antwort folgte prompt: Die Huthi-Rebellen schworen dem benachbarten Königreich sofort Vergeltung. Die Angriffe auf zivile Ziele würden „nicht ungestraft bleiben“, zitierte die von der Schiitenmiliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba deren Mitteilung auf der Plattform Telegram. Eskalation werde mit Eskalation beantwortet. Nach Angaben des iranischen Senders Press TV folgten in der Nacht Gegenangriffe der Huthi in mehreren Gebieten Saudi-Arabiens. Demnach gab es unter anderem Explosionen in der Hafenstadt Yanbu. Auch die Küstenstadt Dschisan soll mit Raketen attackiert worden sein.
Neue Front im Nahost-Konflikt: Saudi-Koalition greift im Jemen an – Sorge vor Eskalation
Die Eskalation markiert eine neue Front in dem Konflikt im Nahen Osten, der die Region seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar erfasst hat. Die Saudi-Koalition wirft der Huthi-Miliz „maritimen Terrorismus“ vor. Der Konflikt zwischen den Huthi und der Regionalmacht hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Huthi hatten am Montag eine Blockade für saudi-arabische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Zum erneuten Angriff auf ein Schiff äußerte sich die Miliz zunächst nicht.
Mit der Verhängung einer Blockade gegen saudi-arabische Öllieferungen durch das Rote Meer und dem Beschuss von Schiffen wollen die Huthi einen zweiten Seeweg praktisch abschneiden: die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet und mit der Straße von Hormus zu den weltweit wichtigsten Schifffahrtswegen zählt.
Während die Straße von Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel liegt, wo es im Iran-Krieg wiederholt zu Angriffen auf Öltanker und andere Handelsschiffe kommt, liegt Bab al-Mandab im Westen der Halbinsel. Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Sie hat als Umgehungsroute für die Straße von Hormus etwa bei saudi-arabischen Ölexporten zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Sorge vor Ausweitung des Iran-Kriegs
Die Huthi-Miliz kontrolliert im Jemen vorwiegend den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus kann sie mit ihren Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen. Es besteht daher die Sorge, dass die Huthi im Falle einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg mit ihren Angriffen den Schiffsverkehr durch den Suezkanal zum Erliegen bringen könnten.
Die Schiitenmiliz hatte 2014 schrittweise den Norden und weitere Landesteile des Jemens förmlich überrannt und das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien bekämpft die Miliz zusammen mit Jemens international anerkannter Regierung. Bemühungen um eine politische Lösung scheiterten bisher.
Sollte es zu neuen schweren Kämpfen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi kommen, könnte sich der Iran-Krieg auf das saudi-arabische Königreich ausweiten. Das wiederum würde womöglich auch dazu führen, dass Pakistan – das bisher als Vermittler im Iran-Krieg auftritt – ebenfalls in den Konflikt hineingezogen wird. Pakistan unterhält seit dem vergangenen Jahr ein Militärbündnis mit Saudi-Arabien.

Erneut wurde ein Schiff im Roten Meer attackiert. (Archivbild) © Abdulnasser Alseddik/AP/dpaEsskaliert der Iran-Krieg? Trump droht Huthi-Rebellen ebenfalls mit Vergeltung
US-Präsident Donald Trump hatte den Huthi und ihrem Verbündeten Iran am Donnerstag mit Vergeltung gedroht, falls die Miliz erneut Schiffe angreift. „Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren“, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte „schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst“ an.
Nach Informationen des Wall Street Journals ist der US-Präsident in den vergangenen Tagen zunehmend skeptisch geworden, ob Verhandlungen mit dem Iran wirklich zu einem dauerhaften Frieden führen können. Die US-Zeitung zitierte einen ranghohen Regierungsbeamten, wonach Trump überzeugt sei, dass der Iran nur militärische Gewalt verstehe. Der Präsident sehe außer der Fortsetzung der Luftangriffe kaum gute Optionen. (Quellen: dpa, AFP, Reuters) (cs)