everyschematic.com

Höllentalklamm-Referent schockiert: Müll und Graffiti am Berg

Stand: 14.07.2026, 20:36 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Flaschen, Dosen, Müll und Schmierereien: Fassungslos machte Bernhard Ostler, was er auf dem Weg zur Höllentalklamm entdeckte.

Flaschen, Dosen, Müll und Schmierereien: Fassungslos machte Bernhard Ostler, was er auf dem Weg zur Höllentalklamm entdeckte. © privat

Bernhard Ostler entdeckt auf dem Schaltschrank an der Höllentaleingangshütte leere Bier- und Weinflaschen, Dosen, Abfall. Der Klammwart beobachtet zudem Schmierereien an Felsen zwischen Reintalanger- und Knorrhütte.

Grainau – Schon als Bub hüpfte Bernhard Ostler am liebsten mit seinem Opa in den Bergen herum. Da war das anders, erinnert er sich. Ab und zu haben die beiden vielleicht mal ein Bonbonpapier auf dem Boden gefunden. Aber eher selten. Mittlerweile gehört Abfall in den Bergen zu jeder Tour. „Das Problem ist nicht neu“, sagt der 32-Jährige. Was er aber vor Kurzem gesehen hat, „hat mich richtig schockiert“.

Vollkommen beschmiert haben Unbekannte auch diese Tür zur Turbine im Höllental – ein neues Problem, sagt Bernhard Ostler.

Vollkommen beschmiert haben Unbekannte auch diese Tür zur Turbine im Höllental – ein neues Problem, sagt Bernhard Ostler. © privat

Wie so oft marschierte der Farchanter Richtung Höllentaleingangshütte, als Klammwart der Alpenvereinssektion Garmisch-Partenkirchen schaut er dort regelmäßig vorbei. Dann entdeckte er das Chaos auf dem Schaltschrank: Leere Bier- und Weinflaschen, Dosen und anderen Abfall hatten Unbekannte zurückgelassen. „Es wird immer schlimmer.“

Zugspitz-Wege besonders betroffen

Permanent sammeln die Wirte rund um die Eingangshütte Müll zusammen. Papier, Verpackungen, Taschentücher – „das hast überall“. Und permanent. Man räume alles weg, „zwei Stunden später liegt wieder was rum“. Besonders die Wege auf Deutschlands höchsten Berg sind in Ostlers Augen betroffen. Einmal mehr zeigt sich das Zugspitz-Phänomen: Mehr Menschen sorgen für entsprechend mehr Probleme.

Einsamkeit genießt man auf den Anstiegen von deutscher Seite über das Rein- oder das Höllental schon lange nicht mehr. Mittlerweile aber erleben die Touren einen Ansturm. In den sozialen Medien rühmen sich Bergsteiger und Berg-Blindgänger mit dem Erklimmen der Zugspitze. Die Konsequenz aus der Popularität: deutlich mehr Bergwacht-Einsätze – wie mehrfach berichtet –, zudem offenbar viel mehr Müll als früher. „Das hat sich zu einem echten Problem entwickelt“, sagt Ostler. Der ehrenamtliche Referent der Höllentalklamm hat immer mehr das Gefühl, dass die Menschen zum Teil das Bewusstsein für die Natur verloren haben.

Neues Phänomen: Graffiti am Berg

Ein weiteres trauriges Zeichen dafür: Graffiti am Berg. „Das hat es früher so nicht gegeben.“ Unter anderem entdeckte Ostler Schmierereien an Felsen zwischen Reintalanger- und Knorrhütte, auf dem zugemüllten Schaltschrank sowie an der Tür zur Turbine im Höllental, auch an einem Felsen in der Klamm, was die DAV-Sektion um Ostler entfernt hat. „Das ist einfach schade“, sagt er – und korrigiert sich. „Nein, es ist absolut inakzeptabel.“

Allerdings fühlt er sich machtlos. Man könne kaum etwas gegen das rücksichtslose Verhalten unternehmen. Außer darauf hinweisen und Bewusstsein schaffen. Wenn zumindest jemand einschreitet, sobald wieder einer achtlos seinen Müll in der Natur entsorgt, „dann haben wir schon ein bisschen was gewonnen“.