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Heimspiel für Aiwanger: Wirtschaftsminister bei den bayerischen Berufsjägern auf der Kreut-Alm

Stand: 18.07.2026, 12:07 Uhr

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Freund der freien Rede: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Freund der freien Rede: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. © Elke Neureuther

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) war am Freitag bei der Jubiläumsfeier des Bunds Bayerischer Berufsjäger in Großweil zu Gast. Ausgiebig widmete er sich dem Thema Rotwild.

Großweil – Es war eine langatmige Angelegenheit, die Begrüßung sämtlicher Ehrengäste dauerte. Max Keler, Vorsitzender des Bunds Bayerischer Berufsjäger (BBV), der am Freitag auf der Kreut-Alm bei Großweil sein 70-jähriges Bestehen beging, ließ fast keinen der anwesenden Honoratioren aus Politik, verschiedenen Verbänden und dem Haus Wittelsbach aus. Kelers Hund, der im Saal der Kreut-Alm mit seinem Herrchen mehrmals eine Runde drehte, langweilte sich irgendwann tierisch am Vorstandstisch und verrichtete sein Geschäft. Kurz bevor Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), zu dessen Ressort auch der Bereich Jagd gehört, ans Rednerpult trat, machte ein Vorstandsmitglied Keler auf das Malheur aufmerksam. Der griff beherzt zu Wassereimer und Wischmopp und entfernte die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners. . Was Aiwanger, der sich am Kot nicht störte, zu einem trockenen Kommentar veranlasste: „Gut machst Du das, Max. Wer gut zu Hunden ist, ist auch gut zu Menschen.“

Menschen spielten in Aiwangers Vortrag, den er, ohne sich auf ein Manuskript zu stützen, frei hielt, kaum eine Rolle. Es ging vor allem um Tiere in Wald und Flur. Aiwanger, selbst passionierter Waidmann, fühlte sich unter den Jägern sichtlich wohl und blieb länger als gedacht. Es war für ihn ein Heimspiel. Um einige Stunden aushalten zu können – auf Aiwanger folgten weitere Grußworte, unter anderem von Garmisch-Partenkirchens Landrat Anton Speer (Freie Wähler), eine Aussprache und ein Vortrag –, hatte er sich an den Schmankerln, die die Kreut-Alm zu bieten hat, gütlich getan. Nach einer Terrine Suppe nahm er noch ein Hauptgericht zu sich. Dermaßen gestärkt, stellte er den Wert der Bayerischen Berufsjäger – im Mai 1956 in München gegründet und derzeit geführt vom Garmisch-Partenkirchner Keler – für Wald und Wild heraus. Beides müsse gemeinsam von Grundbesitzern und Jägern „ohne ideologische Grabenkämpfe“ gemanagt werden. „Die Nutzung der Natur darf nicht infragegestellt werden.“

Ausgiebig widmete sich Aiwanger dem Rotwild. Bei dieser Thematik müssen Aiwanger zufolge Änderungen herbeigeführt werden. O-Ton Aiwanger: „Das schreit nach Korrektur.“ Da die Wanderkorridore, derzeit sind nur noch 14 Prozent der bayerischen Landesfläche für Rotwild erlaubt, weniger werden, fehle der Genaustausch. Für die Isarauen, traditionelles Rotwildgebiet, denke man darüber nach, gezielt Tiere auszusetzen, weil man dort Inzucht erwarte. Zudem gibt es das Planspiel, den Abschuss von Hirschen während der Brunft auszusetzen, da sie für die Vermehrung zuständig sind. Erneut redete Aiwanger der Notzeitfütterung das Wort. Diese müsse unabhängig von der tatsächlichen Wetterlage oder dem offiziellen Ausrufen erlaubt sein. Aiwanger argumentierte, dass eine kontinuierliche Fütterung Tierschutz sei und helfe, Waldschäden zu reduzieren. Und auch beim Thema Wolf, für dessen Abschuss er sich einsetzte, selbst wenn kein Riss vorliegt, traf er den Nerv der Jäger. Allerdings dürfe der Erhaltungszustand nicht gefährdet sein.

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