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Google: EU verhängt 890 Millionen Euro Strafe gegen Google

Google soll die Wettbewerbsregeln der EU verletzt haben und muss nun 890 Millionen Euro Strafe zahlen. Die EU riskiert damit auch einen Streit mit dem US-Präsidenten.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

dar

Aktualisiert am 23. Juli 2026, 13:25 Uhr

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Google: Google hat Wettbewerbsregeln der EU verletzt.
Google hat Wettbewerbsregeln der EU verletzt. © David Paul Morris/​Bloomberg/​Getty Images

Die EU verhängt eine Strafe von 890 Millionen Euro gegen Google wegen unfairer Geschäftspraktiken. Nach Ansicht der Europäischen Kommission hat der US-Konzern mit seiner Suchmaschine sowie dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und die Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt.

Damit riskiert die EU-Kommission auch einen erneuten Streit mit US-Präsident Donald Trump. Der hatte die Digitalgesetze der EU in der Vergangenheit deutlich kritisiert und mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Konkret wirft die EU-Kommission Google einer Mitteilung zufolge vor, eigene Angebote wie etwa Googles Sportergebnisse oder Hotelsuche in den Suchergebnissen stärker in den Vordergrund zu stellen. Die eigenen Produkte würden etwa durch optisch hervorgehobene Darstellungen, wie eingefärbte Boxen mit Spielpaarungen bei der WM, prominenter angezeigt als die der Konkurrenz. Außerdem hindere Google App-Entwickler bei Google Play zu sehr daran, günstigere Angebote auf anderen Plattformen zu bewerben, also etwa auf einen besseren Preis in einem anderen App-Store zu verweisen.

Kritik von Google

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera teilte mit, die besten Produkte sollten sich durchsetzen, weil sie besser seien, nicht weil sie dem Unternehmen gehörten, das die Suchmaschine betreibe. Europäische Verbraucher hätten ein Recht darauf, dass App-Entwickler sie auch auf günstigere Angebote hinwiesen, an denen der Besitzer des App-Stores nicht mitverdiene.

Google kritisierte, die Entscheidung mache zum wiederholten Mal täglich genutzte Dienste kaputt. »Um die Vorgaben zu erfüllen, müssen wir Echtzeit-Suchfunktionen entfernen, die die Europäer schätzen, wie sofortige Preisangebote und direkte Verfügbarkeit von Hotels, Flügen und Restaurants«, teilte Google mit.

Bei Google Play müssten zudem Sicherheitsfunktionen abgebaut werden, teilte der Konzern mit. Leidtragende seien europäische Unternehmen und Verbraucher. »Regulierung sollte Produkte verbessern und sie nicht schlechter machen«, hieß es weiter.

Wie wird Trump reagieren?

Darüber, wie US-Präsident Trump auf eine solche Strafe reagieren würde, wurde bereits zuvor spekuliert. Die europäischen Digitalgesetze hatte seine Regierung besonders dann kritisiert, wenn die EU-Kommission gegen US-Konzerne vorgegangen war. Nach einer Milliardenstrafe im September 2025 gegen Google wegen Verstößen gegen Wettbewerbsregeln im Werbegeschäft drohte Trump sogar mit Zöllen. Der US-Präsident hatte die Entscheidung als nächsten Schlag gegen »ein großartiges amerikanisches Unternehmen« beklagt. Er werde sich gezwungen sehen, ein Verfahren für neue Zölle einzuleiten, wenn US-Konzerne weiter zur Kasse gebeten würden, schrieb Trump damals auf seiner Onlineplattform.

Das Google-Mutterunternehmen Alphabet gilt in der EU nach dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) als sogenannter Torwächter, also Gatekeeper. Es stellt demnach mit seinen Angeboten ein wichtiges Zugangstor zu Verbraucherinnen und Verbrauchern dar. Dass Google nach einer Suche etwa Sportergebnisse in speziell designten Boxen darstellt, ist nach Ansicht der EU-Kommission nicht immer mit Wettbewerbsregeln vereinbar.

Nach dem DMA müssen Unternehmen wie Alphabet, Amazon oder Microsoft sich deshalb an besondere Pflichten halten, um einen fairen Wettbewerb auf digitalen Märkten sicherzustellen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass manche große Plattformbetreiber so mächtig geworden sind, dass sie ihre Marktposition zementieren könnten.

Google muss Angebot anpassen

Neben der Strafzahlung verlangen die Brüsseler Wettbewerbshüter daher auch, dass Google seine Angebote anpasst. Zum einen müssten in den Suchergebnissen Drittanbieterdienste künftig fair und ohne Diskriminierung im Vergleich zu Googles Angeboten erscheinen. Die EU-Kommission begrüßte gleichzeitig, dass Google Änderungen an der Darstellung seiner eigenen Dienste in seiner Suche vorgeschlagen habe und diese bereits teste.

Zum anderen sollen App-Entwickler den Forderungen nach sowohl technisch als auch vertraglich die Möglichkeit bekommen, beim App-Marktplatz Google Play Angebote auf anderen Internetseiten oder App-Stores zu bewerben. Für die erstmalige Akquise eines neuen Kunden dürfe das US-Unternehmen dann zwar eine Gebühr verlangen. Sowohl die von Google angesetzte Höhe dieser Vermittlungsgebühr als auch die Dauer des Abrechnungszeitraums seien aber bisher nicht mit den EU-Regeln vereinbar gewesen.

Google hat nun 60 Tage Zeit, die Änderungen umzusetzen. Ansonsten drohen dem US-Konzern regelmäßige Strafen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Umsatzes. Google kann sich gegen die Strafe vor Gericht wehren. Zuletzt kam es nach ähnlichen Entscheidungen der EU-Kommission zu Gerichtsprozessen, die sich zum Teil über Jahre erstreckten.