Stand: 18.07.2026, 13:22 Uhr
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Der FC Bayern hat in der vergangenen Saison nur knapp das dritte Triple der Vereinsgeschichte verpasst. Welche Konsequenzen hat dies für die aktuelle Kaderplanung?
München – Nach der titellosen Saison 2023/24 hat der Bayern-Express mit Chefcoach Vincent Kompany in den vergangenen beiden Spielzeiten wieder erheblich an Fahrt aufgenommen. In seinem ersten Münchner Jahr wurde die Meisterschaft gewonnen, 2025/26 folgte das Double, und in der Champions League scheiterte sein Team erst im Halbfinale unglücklich am späteren Sieger Paris Saint-Germain. Die gesamte Spielzeit war gekennzeichnet von Rekorden und Bestwerten.

Absolut Bayern – absolut hautnah! Unsere Reporter sind für euch hinter den Kulissen des Rekordmeisters unterwegs. Videos, Analysen, Interviews und viele weitere exklusive Inhalte bekommt ihr im Web, in der App und auf Social Media. © Absolut BayernDie Siegesserien der vergangenen Spielzeit haben beim Rekordmeister Lust auf mehr gemacht. Der siebte Königsklassentitel der Vereinsgeschichte gehört zu den ambitionierten Zielen. Die Tatsache, dass der FC Bayern im UEFA-Ranking sowohl die 5-Jahres- als auch die 10-Jahres-Wertung anführt, dokumentiert eindrucksvoll, dass dies durchaus realistisch ist. Grundvoraussetzung hierfür ist natürlich, dass der verfügbare Spielerkader mindestens so stark wie in der so begeisternden Vorsaison ist.
Der Kader des FC Bayern im Überblick
Und in dieser Hinsicht gibt es bereits die erste sehr positive Nachricht für die Fans des Rekordmeisters: Kein einziger Stamm- oder sogar Führungsspieler hat den Verein verlassen und wird dies wohl – trotz der zahlreichen Gerüchte über Michael Olise – mit größter Wahrscheinlichkeit auch nicht tun. Der Blick auf die bisherigen Zu- und Abgänge verrät, dass der Kader eher ein Upgrade als ein Downgrade erfahren hat.
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Bei den Torhütern setzt der FC Bayern wieder auf die Stammbesetzung der Spielzeit 2025/26: Manuel Neuer, Jonas Urbig und Sven Ulreich. Neuers designierter Nachfolger beim FCB wie auch in der DFB-Elf, Jonas Urbig, sollte dabei noch einmal mehr Spielminuten als in der Vorsaison bekommen. Wer hinter dem bewährten Trio aus dem Nachwuchsbereich die vierte Position bekommt, ist noch offen. Dabei könnte es aber schon jetzt einen Fingerzeig geben, wer Urbigs künftiger Stellvertreter werden könnte.
In der Verteidigung wird Kompany wohl auch zukünftig auf Dayot Upamecano, Jonathan Tah, Minjae Kim, Alphonso Davies, Hiroki Ito, Josip Stanisic und Konrad Laimer zurückgreifen können. Raphael Guerreiros Vertrag wurde nicht verlängert, die Verpflichtung des deutschen WM-Spielers Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt stellt aber definitiv ein Upgrade dar. Kim und Ito wurden lange als potenzielle Abgänge gehandelt, beide konnten jedoch in ihren Nationalteams bei der WM 2026 überzeugen, auch wenn diese frühzeitig ausgeschieden sind.
Im Mittelfeld wird zukünftig Leon Goretzka fehlen. Seit drei Jahren wird er beim FC Bayern als Abschiedskandidat gehandelt, nun ist der Vertrag ausgelaufen. In seinen ersten FCB-Jahren, speziell in der Triple-Saison 2019/20, war der 73-fache Nationalspieler an der Seite von Joshua Kimmich ein absoluter Leader gewesen. Mittlerweile wurde er von den „jungen Wilden“ Aleksandar Pavlovic und auch Tom Bischof, der seine Rückennummer 8 übernommen hat, ausgestochen.
Eigentlich war geplant, dass Leihrückkehrer Noel Aseko Goretzkas Stelle im Kader des Rekordmeisters einnehmen soll. Der deutsche U21-Nationalspieler hatte beim Zweitligisten Hannover 96 eine ausgezeichnete Saison gespielt. Nun steht er aber etwas überraschend vor einem Abgang zum Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt. Es wird dabei spekuliert, dass der 20-Jährige dem Verein Transfereinnahmen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich einbringen soll.
Eine andere Erklärung wäre aber, dass Kompany den 18-jährigen Bara Sapoko Ndiaye bevorzugt. Der senegalesische WM-Spieler war vom Belgier in der Bundesliga-Rückrunde viermal eingesetzt worden und hatte dabei überzeugen können. Allerdings gibt es offensichtlich aktuell bei der endgültigen Verpflichtung des Spielers von den Gambinos Stars etwas Ärger mit dessen Berater.
Saibari als Upgrade der Bayern-Offensive
Wenn nichts Überraschendes passiert, wird der FC Bayern auch 2026/27 mit seinem offensiven „Trio infernale“ Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz auflaufen. Die bei der WM 2026 verletzt ausgefallenen Lennart Karl und Serge Gnabry dürften zum Saisonstart ebenso wieder einsatzfähig sein wie der nach dem Turnier operierte Jamal Musiala. Beim Supertechniker musste routinemäßig eine Platte entfernt werden, die ihm vor einem Jahr aufgrund seiner schweren Verletzung eingesetzt worden war.
Die Kaufoption für Leihspieler Nicolas Jackson wurde erwartungsgemäß aufgrund der Höhe (65 Millionen Euro) nicht gezogen. Aber auch im offensiven Bereich gibt es beim Rekordmeister ein Upgrade: Der Marokkaner Ismael Saibari ist im Vergleich zu Jackson wesentlich flexibler einsetzbar. Während dieser für den Senegal als reiner Stoßstürmer ein unglückliches WM-Turnier spielte, zählte Saibari zu den der absoluten Topstars der Weltmeisterschaft.
Die Position des Backups von Diaz auf der linken offensiven Außenbahn wird wohl der 20-jährige Leihrückkehrer aus Heidenheim, Arijon Ibrahimovic, einnehmen. Der U21-Nationalspieler wurde von Kompany davon überzeugt, dass er eine wichtige Rolle einnehmen kann, und verlängerte bis 2028 an der Säbener Straße.
Kader-Vergleich mit Saisonstart 2025/26
Wenn man davon ausgeht, dass der empathische Kompany all seine WM-geschädigten Spieler wieder in die Spur bekommen kann, und Olise tatsächlich keinen Verlockungen aus Madrid unterliegt, steht der aktuelle Kader nominell besser als vor einem Jahr da. Zwar befinden sich derzeit einige Profis in der Aufbauphase nach Verletzungen oder sind angeschlagen aus der WM gekommen, aber es gibt keine Langzeitverletzten wie im Sommer 2025 mit Musiala, Davies und Ito zu beklagen.
Nachdem mit Daniel Peretz (FC Southampton), Alexander Nübel (Besiktas Istanbul), Jonah Kusi-Asare (FC Fulham), Lovro Zvonarek (Estrela Amadora) und Maurice Krattenmacher (SV Elversberg) bereits Transfereinnahmen von insgesamt knapp unter 25 Millionen Euro erzielt wurden, sollen noch weitere Spielererlöse erzielt werden. Der schon erwähnte Noel Aseko wird der erste sein. Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza, die alle von Leihen an die Säbener Straße zurückkommen, sollen noch folgen.
Handeln Max Eberl & Co. dabei erfolgreich, könnte es noch den ein oder anderen Neuzugang geben – Größenordnungen wie bei Saibari und Brown sind dabei nicht mehr zu erwarten. Der Kader des FC Bayern wird wie in der dennoch erfolgreichen Vorsaison im internationalen Vergleich schlank bleiben. Dies wurde und wird wieder häufig kritisiert, ermöglicht Kompany aber auch, erneut auf Nachwuchskräfte zu setzen. Vielleicht hat der ein oder andere aber auch schon in der vergangenen Saison derart überzeugt, dass er noch in diesem Sommer seinen ersten Profivertrag beim Rekordmeister bekommt.
Die Weichen für eine weitere erfolgreiche Münchner Saison sollten aber grundsätzlich schon gestellt worden sein…