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Eintracht-Routinier voller Tatendrang
Götze zieht es von der Eistonne ins Zentrum
Weltmeister Mario Götze zeigt im Trainingslager menschliche Züge und berichtet von den Nachteilen des Alters. Eine zentrale Rolle bei Eintracht Frankfurt traut er sich trotzdem weiter zu, nur ein DFB-Comeback schließt er aus.
Mario Götze hat auch im Trainingslager Spaß.
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Mario Götze ließ am Freitag etwas auf sich warten. Der für die Medienrunde angekündigte Weltmeister war nach der ersten Einheit im Trainingslager von Eintracht Frankfurt erst einmal unpässlich. Die meisten Beobachter vermuteten, dass sich der 34-Jährige auf schnellstem Weg ins Hotel verkrümelt habe. Ist ja eher lästige Pflicht als Lieblings-Hobby, so ein Frage-Antwort-Spiel mit der Presse. Sollte sich Götze tatsächlich aus dem Staub gemacht haben? Natürlich nicht.
Nach etwas Wartezeit schlenderte Götze dann gemeinsam mit Eintracht-Pressesprecher Bartosz Niedzwiedzki über den Rasen in Richtung der vorbereiteten Mikrofone. Götze hatte sich einfach etwas mehr Zeit bei der Nachbearbeitung des Trainings gelassen. Aus dem Alter, in denen er seinen Aufgaben nicht nachgeht, ist er lange raus. "Ich war entspannt", fasste Niedzwiedzki zusammen. Klare Sache: Auf Götze ist Verlass, für Schabernack sind im Kader der Hessen andere verantwortlich.
Götze kann es noch
Den Beweis seiner Reife lieferte Götze dann auch noch verbal hinterher. Die Anzahl seiner absolvierten Trainingslager in seiner mittlerweile 16 Jahre andauernden Profi-Karriere kumulierte er im Kopf schnell auf 25. Mit seinen 34 Lenzen ist er hinter Ersatzkeeper Jens Grahl und der lebenden Vereinslegende Timothy Chandler der drittälteste Frankfurter Profi. Viel mehr Routinier geht nicht. "Ich weiß, dass ich nicht mehr 20 bin", fasste Götze das Offensichtliche zusammen.
Das Wichtigste dabei: In den Trainingseinheiten fällt Götze inmitten der vielen Youngster nicht ab. Ganz im Gegenteil. Klar: Sprintduelle gegen Jean-Matteo Bahoya oder den 19 (!) Jahre jüngeren Niko Ilicevic sollte er nicht mehr zwingend führen. Götzes Übersicht und Technik sind aber immer noch herausragend, seine Spielweise vom flitzenden und dribbelnden Außenstürmer hat sich ohnehin verändert. Der frühere Dortmunder ist inzwischen als Regisseur und Spielgestalter am stärksten. Bälle verteilen, Spiel lenken, Götze-Fußball.
Götze sieht sich in der Zentrale
Dass er genau das immer noch sehr gut kann, steht außer Frage. Dass er diese Aufgabe nicht mehr an 34 Bundesliga-Spieltagen über 90 Minuten zeigen kann, ist aber auch klar. Selbst im Trainingslager nimmt sich Götze seine Auszeiten, die Pausen zwischen den Einheiten sind ihm eigentlich zu kurz. "Ich bräuchte fünf bis sechs Stunden Erholung, nicht nur vier", gab er zu. Auch sein Fokus habe sich komplett gedreht. "Es geht viel um Recovery, Schlaf, Ernährung, Eisbecken, Dehnen. Es wird nicht leicht im Alter." Ein Satz, den auch Ottonormal-Menschen nur allzu gut kennen.
Eine zentrale Rolle, auch das betonte Götze, traue er sich aber dennoch definitiv zu. Auf Experimente auf der Außenbahn wolle er sich zwar nicht mehr einlassen, in der Mitte des Platzes könne er aber immer noch für entscheidende Impulse sorgen. Sechser, Achter, Zehner, warum denn nicht? "Ich möchte weiter ein entscheidendes Puzzleteil in der Mannschaft sein", so Götze. Ansprüche auf einen Stammplatz formulierte er nicht. Aufs Abstellgleis gehört der 66-fache Nationalspieler aber definitiv auch nicht.
DFB-Comeback nicht realistisch
Dass Götze sich und seine Rolle realistisch einschätzt, wurde dann spätestens bei der Frage zu einem möglichen Nationalelf-Comeback unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp deutlich. "Diese Rückkehr wird nicht passieren", lachte Götze, ehe er sich in die wohlverdiente Mittagspause verabschiedete. "Ich muss jetzt zum Mittagessen und einen Nap einlegen." Auch Weltmeister sind eben nur Menschen.