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Automatensprenger räumt mit Pizzaschieber ab - B.Z. – Die Stimme Berlins

Moabit – Ein Serieneinbrecher, ein Mietnomade, ein prügelnder Radfahrer und ein Geldautomatensprenger mit Pizzaschieber als Arbeitswerkzeug: Auch in dieser Woche werden sich die Richter im Berliner Kriminalgericht mit Straftätern aus der Hauptstadt und darüber hinaus auseinandersetzen müssen.

Die Urteile werden im Namen des Volkes gesprochen. Die Prozesse im Landgericht Berlin sind deshalb öffentlich.

Prozesse am Montag

Geld statt Arbeit

9.00 Uhr, Landgericht, Saal B 305: Im Dezember 2023 wurde Atal W. (24) von einem Berliner Gericht zu einer Jugendstrafe (1 Jahr, 10 Monate auf Bewährung) und zusätzlichen 100 Sozialstunden verurteilt. Diese sollte er durch Reinigungsdienste ableisten. Doch statt zu putzen, wollte er laut Anklage schwänzen. Den Betreuern auf seiner Einsatzstelle soll er 10 Euro für jede nicht erbrachte Arbeitsstunde angeboten haben. Die ließen sich allerdings nicht darauf ein. Anklage wegen Bestechung.

Überfall in Wohnung

10 Uhr, Landgericht, Saal 606: Michael G. (53) und ein gesondert angeklagter Komplize sollen am 22. August 2025 einen Mann in seiner Wohnung überfallen haben. Das Opfer wurde laut Staatsanwaltschaft mit einem Messer bedroht und die Wohnung durchsucht. Die Räuber flüchteten mit 240 Euro, Handy und Wertsachen ihres Opfers. Tatvorwurf: schwerer Raub.

Prozesse am Dienstag

Mietnomade im Hotel

10.30 Uhr, Amtsgericht, Saal 1101: Mario M. (55) soll sich im Jahr 2023 samt Familie in einem Hotel in Köpenick eingemietet haben. Beim Einchecken täuschte er laut Anklage einen Notfall vor. Sein Wohnwagen sei abgebrannt, er müsse sich in Berlin aber einer Krebsbehandlung unterziehen. Die Hotelkosten würde seine Versicherung übernehmen. Als er im August 2024 endlich das Zimmer räumte, waren 107 000 Euro Hotelkosten überfällig. M. muss sich wegen besonders schweren Betruges verantworten.

► Übergriffiger Radfahrer

10.00 Uhr, Amtsgericht, Saal 5109: Reza N. (50) soll am 23. Oktober 2025 mit seinem Rad auf der Johannisthaler Chaussee beim plötzlichen Wechsel vom Gehweg auf die Fahrbahn mit einem Autofahrer aneinandergeraten sein, der nur durch eine Vollbremsung einen Unfall vermeiden konnte. Während einer anschließenden verbalen Auseinandersetzung soll er dem Mann gegen den Wagen getreten und auf einen zufällig anwesenden Polizisten und den Autofahrer eingeprügelt haben. Anklage wegen tätlichen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Tankstellenräuber

13.30 Uhr, Landgericht, Saal 701: Kevin S. (24) ist wegen mehrerer Überfälle auf Tankstellen und Einbrüche in Geschäftsräume in Berlin-Neukölln und Schöneberg zwischen Februar 2024 und Mai 2026 angeklagt. Mit einem in einer Umkleidekabine des Stadtbads Lankwitz erbeuteten Schlüssel stahl er laut Anklage auch noch das dazugehörige Auto und überfiel mit einem Komplizen und Baseballschläger zweimal die gleiche Tankstelle in Schöneberg. Anklage wegen schweren Raubes, Betruges, Diebstahls, Fahrens ohne Führerschein, Urkundenfälschung und Sachbeschädigung.

Prozess am Mittwoch

Geldautomatensprenger

9.30 Uhr, Landgericht, Saal 618: Ion C. (31) soll als Mitglied einer Bande aus der Republik Moldau zwischen Mai 2024 und Januar 2025 vier Geldautomaten gesprengt und geplündert haben, drei davon in Berlin-Marzahn und Lichtenberg. Nach der Explosion eines Automaten in einem Einkaufszentrum an der Judith-Auer-Straße in Fennpfuhl wurden er und ein Komplize gefasst. Die Beute aus zwei der Maschinen betrug laut Anklage 32.000 Euro, der Sprengstoff wurde mit einem Pizzaschieber im Geldausgabe-Schlitz platziert. Die Vorwürfe: schwerer Bandendiebstahl, Herbeiführen einer Bombenexplosion.

Prozess am Donnerstag

Bombendrohungen

9.15 Uhr, Amtsgericht, Saal 138: Jörg-Heinrich Z. (37) wird vorgeworfen, in den Jahren 2022 und 2023 Schulen, Polizeidienststellen und Unternehmen im gesamten Bundesgebiet mit Bombenexplosionen gedroht zu haben. In einigen Fällen, darunter eine Grundschule und eine Firma in Buxtehude, kam es zu Großeinsätzen und Räumungen. Außerdem habe er laut Anklage Privatpersonen bedroht und Notfälle gegenüber der Polizei vorgetäuscht. Aus einer Haftanstalt heraus soll er weiter Anschlagsdrohungen verschickt haben: im Oktober 2023 an den Springer-Verlag, im Februar 2025 an das Berliner Kammergericht. Anklage wegen Bedrohung, Missbrauchs von Notrufen, Vortäuschens einer Straftat, Freiheitsberaubung, falscher Verdächtigung.

Prozess am Freitag

Serieneinbrecher

9.00 Uhr, Landgericht, Saal 736: Bektash H. (38) werden acht Einbrüche in weniger als vier Monaten in Einfamilienhäuser in Rudow, Lichtenrade und im Treptower Stadtteil Bohnsdorf vorgeworfen. Laut Anklage erbeutete er Geld, Schmuck und Uhren im Wert von rund 104.000 Euro. Wohnungseinbruchsdiebstahl.