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DAX-Ausblick: Jetzt entscheiden drei Faktoren

DAX-Ausbruch: Fallende Ölpreise stützen
Grafik: ChatGPT

Der DAX startet in eine richtungsweisende Handelswoche. Im Mittelpunkt stehen diesmal drei entscheidende Faktoren: die Hochphase der US-Berichtssaison mit den Quartalszahlen von den US-Tech-Giganten, die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie die weitere Entwicklung im Iran-Konflikt und den damit verbundenen Ölpreisen. Ob starke Unternehmenszahlen den jüngsten Ausverkauf bei Tech-Aktien beenden und die Fed neue Signale für ihren weiteren Zinspfad liefert, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob der DAX schließlich aus seiner Seitwärtsrange ausbricht.

Der deutsche Leitindex zeigte sich zuletzt erstaunlich robust. Trotz der Korrektur bei KI- und Halbleiteraktien, steigender Ölpreise, höherer Anleiherenditen und der Eskalation im Nahen Osten verteidigte er seine Seitwärtsrange bislang erfolgreich. Umso bemerkenswerter ist diese Entwicklung, da die Belastungsfaktoren zuletzt sogar zugenommen haben und der DAX dennoch keinen nachhaltigen Ausbruch nach unten zuließ.

Berichtssaison wird zum Stimmungstest

Nach Wochen, in denen geopolitische Risiken die Märkte dominierten, rückt nun die Berichtssaison stärker in den Fokus. Mit Microsoft, Meta, Apple und Amazon legen in den kommenden Tagen vier der weltweit wichtigsten Technologiekonzerne ihre Quartalszahlen vor.

Die Erwartungen sind hoch. Bereits die Zahlen von Alphabet haben gezeigt, dass starke Ergebnisse allein derzeit nicht mehr ausreichen, um die Anleger nachhaltig zu überzeugen. Entscheidend dürften vielmehr die Geschäftsausblicke, die Entwicklung der KI-Investitionen und die Aussagen zum weiteren Gewinnwachstum sein. Sollten mehrere Big-Tech-Unternehmen die hohen Erwartungen verfehlen, könnte sich die jüngste Schwäche im Technologiesektor fortsetzen und den gesamten Aktienmarkt belasten.

Fed richtet den Blick auf September

Die US-Notenbank dürfte ihre Leitzinsen zwar unverändert lassen. Entscheidend wird deshalb weniger die eigentliche Zinsentscheidung als vielmehr die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh.

Im Fokus steht die Frage, wie die Fed die zuletzt gestiegenen Inflationsrisiken bewertet und welche Signale sie für die September-Sitzung sendet. Bleibt Warsh eher dovish, könnte dies den Aktienmärkten Rückenwind verleihen. Rückt dagegen eine weitere Zinserhöhung im Herbst stärker in den Vordergrund, dürfte der geldpolitische Gegenwind insbesondere für Wachstums- und Technologiewerte zunehmen.

Ölpreis bleibt Unsicherheitsfaktor

Auch der Iran-Konflikt dürfte die Märkte weiter begleiten. Zwar hat sich der Fokus zuletzt wieder stärker auf die Berichtssaison verlagert, doch die geopolitischen Risiken bleiben hoch.

Vor allem der Ölpreis spielt dabei eine Schlüsselrolle. Solange Brent auf einem erhöhten Niveau notiert, bleiben auch die Inflationsrisiken präsent. Eine Pause der Angriffe über das Wochenende sorgte zunächst für Entspannung am Ölmarkt. Brent verbilligte sich um rund 6 % auf etwa 92 US-Dollar, was den DAX zum Wochenstart stützen dürfte. Die geopolitische Lage bleibt jedoch fragil und könnte jederzeit neue Volatilität beim Ölpreis auslösen.

DAX-Prongose: Ausbruch aus der Range?

Aus charttechnischer Sicht hat sich trotz der erhöhten Kursschwankungen und des zunehmenden makroökonomischen Gegenwinds wenig verändert. Zum Wochenstart deutet sich jedoch ein Ausbruch aus der zuletzt hart umkämpften Seitwärtsrange zwischen 24.700 und 25.200 Punkten an. Der DAX notiert vorbörslich deutlich im Plus und dürfte mit einem Aufwärtsgap in den Handel starten.

Bullisches Szenario

Bestätigt der DAX den zum Wochenstart angedeuteten Ausbruch auch auf Schlusskursbasis, rückt zunächst der Widerstandsbereich um 25.365 Punkte in den Fokus. Dort könnte der Anstieg zunächst ins Stocken geraten und eine Konsolidierung einsetzen. Gelingt jedoch auch der Ausbruch über diese Hürde, würde sich das charttechnische Bild weiter aufhellen. In diesem Fall könnten das 61,8 %-Retracement bei 25.425 Punkten sowie das noch offene Gap bei 25.465 Punkten als nächste Kursziele in den Fokus rücken.

Bärisches Szenario

Scheitert der DAX dagegen am Widerstandsbereich um 25.365 Punkte, dürfte zunächst ein Rücklauf an das Ausbruchsniveau zwischen 25.175 und 25.200 Punkten einsetzen. Gelingt es den Bullen, diesen Bereich erfolgreich zu verteidigen, könnte von dort aus der nächste Aufwärtsimpuls starten. Fällt der DAX jedoch wieder unter diese Zone zurück, wäre der Ausbruch zunächst gescheitert und der Index würde in seine bisherige Seitwärtsrange zurückkehren. In diesem Fall dürften zunächst die Unterstützungen bei 25.055 und anschließend an der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten in den Fokus rücken.

DAX-Widerstände: 25.360, 25.425 (61,8%), 25.465 (Gap), 25.630

DAX-Unterstützungen: 25.200/175, 25.099 (Gap), 25.050, 24.930, 24.821 (TT)

DAX-Ausbruch: Ölpreis, Berichtssaison und Fed als Impulsgeber

Dax-Chart auf TradingView-Basis

Der DAX geht mit einer überraschend stabilen charttechnischen Ausgangslage in eine der wichtigsten Börsenwochen des Sommers. Nun müssen die Bullen beweisen, dass diese Robustheit gerechtfertigt ist. Überzeugen Big Tech und signalisiert die Fed einen moderateren geldpolitischen Kurs, dürfte ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone bei 25.175 bis 25.200 Punkten wahrscheinlicher werden. Enttäuschen dagegen die Quartalszahlen oder verschärfen sich Inflations- und geopolitische Risiken weiter, dürfte der Abwärtsdruck wieder zunehmen.

Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.

Stefan Jäger

Über den RedakteurStefan Jäger

Finanzjournalist und Trader

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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