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Darum ist sie so gefährlich: Neue Zeckenart breitet sich aus – Naturschützer bitten um Mithilfe

Stand: 19.07.2026, 05:05 Uhr

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Zecken sind eine bekannte Gefahr in NRW. Doch nun ist eine eher unbekannte Art auf dem Vormarsch. Dadurch gilt es, mehrere Dinge zu beachten.

Hamm – Zecken sind in Nordrhein-Westfalen weit verbreitet. Nun breitet sich mit der Wiesenzecke eine weitere Art zunehmend auch in NRW aus. Der Naturschutzbund (Nabu) startet deshalb eine besondere Mitmachaktion.

11.10.2019, Berlin, GER - Auwaldzecke auf menschlicher Haut. (Aufsicht, Auwaldzecke, Behaarung, Berlin, Blutsauger, Borr NRW

Die Wiesenzecke wird auch Auwaldzecke oder Buntzecke genannt. © imago/Frank Sorge

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen – und die Natur erwacht. Erste Bienen und Hummeln sind bereits unterwegs. Doch auf Wiesen und in Wäldern lauert eine fast unsichtbare Gefahr: Zecken werden wieder aktiv. Ein Biss kann auch für Menschen gefährlich werden, da die kleinen Blutsauger Krankheiten wie Borreliose übertragen können. Nun breitet sich in NRW zusätzlich die Wiesenzecke aus – und der Nabu ruft zur Mitmachaktion auf.

Wiesenzecke ist für Hunde besonders gefährlich

In vielen Teilen Nordrhein-Westfalens ist der Gemeine Holzbock weit verbreitet. Er ist laut Nabu die am häufigsten vorkommende Zeckenart in Deutschland. Das Weibchen ist an seiner rotbraunen Farbe zu erkennen, das Männchen dagegen dunkel. Der Gemeine Holzbock ist ganzjährig aktiv und kann Borreliose und FSME übertragen. Der Stadtkreis Solingen ist als FSME-Risikogebiet seit Beginn des Jahres ausgewiesen. FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine virusbedingte Infektionskrankheit, die das zentrale Nervensystem angreift und eine gefährliche Entzündung von Gehirn, Hirnhäuten oder Rückenmark auslösen kann.

Die Wiesenzecke ist mittlerweile fast deutschlandweit verbreitet – und damit auch in NRW aktiv. Sie kann die Krankheit Hundemalaria übertragen, die für Hunde tödlich enden kann. Das Männchen der Wiesenzecke ist weiß-braun gescheckt, das Weibchen nur vorn weiß-braun gescheckt und sonst braun. Die Wiesenzecken leben vor allem in sonnigen Gebieten, auf Wiesen und im trockenen Brachland.

Als Gründe für die Ausbreitung der Wiesenzecke gelten veränderte Klimabedingungen sowie ein verändertes Vorkommen von Wildtieren. „Wir gehen davon aus, dass auch das vermehrte Reisen mit Hunden, die bevorzugte Wirte dieser Zeckenart sind, wesentlich zur Ausbreitung beiträgt“, erklärte Andrea Springer von der Tierärztlichen Hochschule Hannover gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Nabu startet Mitmachaktion zur Zeckenerfassung

Um ein besseres Lagebild zu bekommen, ruft der Nabu zu einer besonderen Aktion auf. Unter dem Motto „Zecken entdecken & melden – Mach mit!“ bittet der Naturschutzbund alle Menschen – und insbesondere Hunde- und Katzenbesitzer – darum, Fotos von entdeckten Zecken zu machen und einzusenden. „Anders als früher sind Zecken heute aufgrund der höheren Temperaturen nicht saisonal, sondern ganzjährig unterwegs. Darum können Zeckenfunde auch jederzeit gemeldet werden“, so Theresa Seidel vom Nabu. Genaue Informationen zum Ablauf der Mitmachaktion gibt es auf der Webseite des Nabu.

Für Naturliebhaber in NRW gilt: Beim Laufen durch Gras sollte lange Kleidung getragen werden – also lange Hosen und langärmelige Oberteile. Helle Kleidung ist dabei von Vorteil, da die oft nur wenige Millimeter kleinen Zecken darauf besser sichtbar sind. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper gründlich auf Zecken untersucht werden – besonders Arme, Schritt, Kniekehlen, Hals und Kopf.

Zecken sind nicht die einzigen Insekten, die Menschen regelmäßig auf den Geist gehen. Lebensmittelmotten befallen das Essen, Silberfische erregen Ekel und Fruchtfliegen nerven einfach. Doch dagegen gibt es Abhilfe.