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3D-Drucker statt Maurer: Ist das die Baustelle der Zukunft?

Schicht für Schicht trägt der 3D-Drucker Beton auf. Wie aus einem Spritzbeutel entsteht ein dreigeschossiges Bürogebäude mit Lagerflächen. Jede Lage bleibt sichtbar. Die Maschine surrt leise, wenn sie den Beton verteilt.

Nimmt die Maschine Arbeitsplätze weg?

"Wir haben hier deutlich weniger Personal im Einsatz als beim konventionellen Bau", sagt Bauleiter Chris Brandstädt. Arbeitsplätze ersetzen solle die Technik aber nicht. Sondern dort helfen, wo Fachkräfte fehlen.

"Ich sehe das als Ergänzung zum konventionellen Bau." Chris Brandstädt, Bauleiter

Viele Betriebe suchen dringend Nachwuchs

Wie groß das Problem ist, weiß Bauunternehmer Günther Bruns. Zusammen mit seinem Neffen ist er aus dem Münsterland nach Detmold gekommen. Der Familienbetrieb ist in dritter Generation. Sie wollen sehen, ob die Technologie eine Antwort auf ihre Herausforderungen sein kann. "Wir wollen gucken, was die Zukunft bringt", sagt Bruns. Der Fachkräftemangel beschäftigt ihn wie viele andere Unternehmen. "Das größte Problem, das wir haben, ist, dass wir keine Mitarbeiter mehr finden und keine Lehrlinge."

Die Erwartungen sind groß

Den 3D-Drucker hat das Stuttgarter Unternehmen INSTATIQ entwickelt. Die Technik soll das Bauen schneller und langfristig günstiger machen. Für die ersten beiden Etagen des Gebäudes brauchte das Team jeweils etwa eine Woche. Künftig soll das in nur zwei Tagen möglich sein. Noch ist die Bauweise allerdings teurer als ein konventioneller Bau. Deshalb unterstützt INSTATIQ das Projekt in Detmold finanziell.

Noch ist es teurer

Für Bauherr Kai Schulz spielen die Kosten allein keine entscheidende Rolle. In Detmold baut er einen neuen Standort für sein Unternehmen. Er ist selbst in der Baubranche und hat sich bewusst für den 3D-Druck entschieden. "Innovation spielt eine Rolle", sagt Schulz. Ihn interessiert besonders, wie sich Baustellen künftig automatisieren lassen. "Das muss man ausprobieren. Hier ist eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass es funktioniert."

Schulz sieht noch einen weiteren Vorteil. "Die Leute gehen entspannt ins Bett", sagt er. Schwere Steine müssen nicht mehr per Hand bewegt werden. Diese Arbeit übernimmt die Maschine. Ganz ohne klassische Bauarbeiten geht es aber noch nicht. Die Decken werden weiterhin auf herkömmliche Weise gegossen. Pro Tag wachsen die Wände um etwa zwei Meter. Danach muss der Beton 24 Stunden trocknen.

Es gibt noch viele Fragezeichen

Bauunternehmer Günther Bruns betrachtet die Entwicklung mit Interesse, wartet aber erstmal ab. Für ihn sind noch zu viele Fragen offen, um die Technik bereits im eigenen Betrieb einzusetzen. Unklar sei zum Beispiel, ob der 3D-Druck am Ende tatsächlich günstiger und effizienter baut als herkömmliche Verfahren. "Das ist in meinen Augen noch in den Kinderschuhen", sagt Bruns. Besonders die Optik fällt ihm auf. "Das ist alles ein bisschen wellig." Für ihn muss sich die Technologie noch beweisen. "Es ist noch Neuland. Deswegen sind wir ja auch hier."

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