Aus für Kult-Sendung: ZDF stellt „Ein Fall für zwei“ nach 46 Jahren ein
Stand: 17.07.2026, 07:20 Uhr
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Eine der beliebtesten und langlebigsten Serien im deutschen Fernsehen findet ein Ende. Seit 1981 wird am Freitagabend ermittelt, 2027 ist Schluss.
Frankfurt – Paukenschlag im Öffentlich-Rechtlichen. Nach fast einem halben Jahrhundert stellt das ZDF die Freitagskrimi-Serie „Ein Fall für zwei“ ein. Immerhin eine gute Nachricht für Fans: die Serie endet nicht abrupt. Die insgesamt vier Episoden der letzten Staffel sollen 2027 ausgestrahlt werden. Die zwölfte und vorletzte Staffel mit aktueller Besetzung gibt es dann ab September zu sehen. Abgerundet werden soll das Ende der Erfolgsserie mit einem Spielfilm.

Wanja Mues und Antoine Monot werden 2027 ein letztes Mal ermitteln. © Helmut Fricke/dpaIn der Buddy-Krimiserie spielt Wanja Mues den Privatdetektiv Leo Oswald und Antoine Monot den Rechtsanwalt Benni Hornberg. Die beiden sind ziemlich beste Freunde, allerdings auch sehr gegensätzlich. Privatdetektiv Oswald ist stets im Auftrag von Anwalt Hornberg im Einsatz. Die gemeinsamen Ermittlungsergebnisse versetzen dann Staatsanwältin Claudia Strauss, gespielt von Bettina Zimmermann, regelmäßig in Erstaunen.
Entscheidung über Aus von beliebter Krimiserie „Ein Fall für zwei“ kommt „nach reiflicher Überlegung“
Die Serie habe „den ZDF-Freitagskrimi über mehr als vier Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet“, heißt es vom ZDF. „Umso schwerer fällt nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, die Reihe zu beenden.“ Ein herzlicher Dank gelte dem Team, der Produktion sowie insbesondere Antoine Monot, Wanja Mues und Bettina Zimmermann für ihre langjährige und engagierte Arbeit sowie ihre Verbundenheit mit dieser besonderen Marke, teil der Sender mit.
Schlechte und gute Nachrichten für Krimi-Fans
Wie das ZDF mitteilt, soll das Ende von „Ein Fall für Zwei“ nicht das Aus für das Format des Freitagskrimis bedeuten. Diesen solle es „mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate“ weiterhin geben. Seit 1977 und bis heute gibt es die in München spielende Serie „Der Alte“ mit Darstellern wie Siegfried Lowitz, Rolf Schimpf, Walter Kreye, Jan-Gregor Kremp und Thomas Heinze. Seit 2012 wird die ebenfalls in München spielende Krimiserie „Die Chefin“ mit Katharina Böhm als Vera Lanz ausgestrahlt.
Aktuell erst seit Anfang 2026 lockt die im Dreiländereck am Bodensee spielende Serie „Mordufer“ mit Franziska Weisz und Maria Wördemann Genre-Fans an den Bildschirm. Die neue Serie soll den Freitagskrimi und „das bislang vorherrschend urbane Krimiangebot“ des ZDF „um eine landschaftlich geprägte Facette“ erweitern, so das ZDF.
Emotional meldet sich Protagonist Wanja Mues zu Wort: „Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuer Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben. Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer, und ich freue mich schon auf alles, was da kommt.“
Sein Ermittlerkollege Antoine Monot sagte demnach: „Unser ganz persönlicher ‚Fall für Mues und Monot‘ ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel Pater Brown auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter ‚Ein Fall für zwei‘, der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns.“
Seit 1981 in wechselnder Besetzung im Einsatz: Vor allem einer prägte die Serie wie kein zweiter
Erstmals ausgestrahlt wurde die Serie am 11. September 1981. In „Die große Schwester“ war der spätere Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner) noch als Frankfurter Polizeibeamter zu sehen, der bei einer Aussage vor Gericht auf seinen späteren Partner, Rechtsanwalt Dieter Renz (Günter Strack), trifft. Gerade Gärtner prägte die Krimiserie wie kein anderer – zerfurchtes Gesicht, tiefe Stimme, Lederjacke und Zigarettennebel zählten zu seinen Markenzeichen. Er war auch Fixpunkt der Serie und mehr als 30 Jahre an Bord.

Claus Theo Gärtner (oben) prägte als Detektiv Matula Jahrzehnte der Serie. Zeitweise an seiner Seite auch Rainer Hunold, Paul Frielinghaus und Mathias Herrmann (v. l.) © Frank Rumpenhorst/dpaDie Anwälte hingegen, die ihm die Ermittleraufträge zuschanzten, wechselten immer wieder ihr Gesicht. Auf Günter Strack folgten Rainer Hunold, Mathias Herrmann und Paul Frielinghaus. Mit Gärtners Ausscheiden nach 300 Folgen im Jahr 2013 ging dann eine ganze Ära zu Ende. EIn Jahr darauf folgte die Wiederbelebung der Serie mit neuer Besetzung. Bis heute wurden 46 Folgen ausgestrahlt – bis zum Ende werden es aber noch insgesamt 54 Episoden. Die Ermittlungen des Erfolgsteams sind noch nicht ganz abgeschlossen. (Quelle: dpa, ZDF)